19.12.2017 08:57
Quelle: schweizerbauer.ch - Doris Bigler
Futtermittel
Vitamine werden knapp und teurer
Wegen eines Brandes in einem deutschen BASF-Werk fällt die Produktion von Vitaminen monatelang aus. Dies hat Folgen.

Am 31. Oktober 2017 hat es im BASF-Werk in Ludwigshafen (D) gebrannt. Dabei wurde die Anlage zur Herstellung von Citral beschädigt, wie agrarzeitung.de schreibt. Diese Chemikalie braucht es für die Vitaminproduktion, und auch andere europäische Hersteller von Vitaminen sind darauf angewiesen. Die Folge ist eine starke Verknappung der Vitamine A und E auf dem europäischen Markt.

Nur wenig Citral

Auch in China stehe zurzeit nur wenig Citral zur Verfügung, sagt ein Marktkenner gegenüber agrarzeitung.de. Wegen der strengeren Umweltpolitik  seien Chemiebetriebe mit zu grossen Schadstoffemissionen stillgelegt worden. Während beim Vitamin A kaum Möglichkeiten gesehen werden, den Bedarf ausserhalb Europas decken zu können, ist die Lage beim Vitamin E etwas weniger dramatisch. Hier könnten möglicherweise andere Hersteller in die Bresche springen.

Aufgrund der Unterversorgung hat sich der Preis für Vitamin A seit dem Sommer bereits mehr als verzehnfacht. Dies wirkt sich auch in der Schweiz auf die Preise für Mineralfutter und Vormischungen und damit auf die Mischfutterpreise aus. 

Starke Preiserhöhung

Die UFA AG erhöhe die Preise für Mineralsalze, Leckschalen und Spezialitäten per 18. Dezember, erklärt Samuel Geissbühler auf Anfrage. Je nach Produkt betrage die Preiserhöhung bis zu 10 Prozent. Die Auswirkung auf die Mischfutterpreise ist weniger dramatisch als bei den Mineralsalzen, weil der Vitamingehalt tiefer ist.

«Aber auch dort beträgt die Verteuerung rund 30 Rp./100 kg Mischfutter», sagt Geissbühler. Teilweise seien auch leichte Rezepturanpassungen beim Vitamingehalt nötig. Dies werde aber keine negativen Auswirkungen auf die Tiergesundheit haben, da die heutigen Gehalte grosszügig bemessen seien.

Euro ist mitschuldig

Auch andere Firmen müssen ihre Preise erhöhen. Die Mineralfuttermittel von Multiforsa haben um rund 4 bis 5% aufgeschlagen, wie Franz Odermatt erklärt. Dies auch wegen des höheren Euro-Kurses. «Wir werden den Markt weiter beobachten und wenn nötig weitere Preiserhöhungen vornehmen müssen», kündigt Odermatt an. Die Gehalte würden aber vorerst nicht reduziert. «Wir beziehen unsere Vitamine bei der Firma DSM in Grenzach (D), wo wir als Stammkunde prioritär vor Neukunden beliefert werden.»

Bei der Vital AG, die auch Vitamin- und Spurenelement-Vormischungen an andere Futtermittelhersteller liefert, bleiben die Preise vorerst unverändert. Geschäftsführer Marc Bonorand: «Wir haben zum Glück noch recht grosse Lager und hoffen, dass wir den Engpass damit überbrücken können.» Bei der BASF geht man derzeit davon aus, dass die Citral-Produktion frühestens im März 2018 wieder hochgefahren werden kann. Samuel Geissbühler von der UFA versichert: «Sobald wir wieder günstiger einkaufen können, werden wir unsere Preise wieder senken.»

 

 

 


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