25.03.2014 12:06
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Detailhandel
Volg profitiert vom «Dorflädeli-Hype»
Der Dorfladen bleibt eine feste Grösse im Schweizer Detailhandel. Entgegen der harzigen Entwicklung im Schweizer Detailhandel hat die Volg-Gruppe im vergangenen Jahr den Umsatz merklich gesteigert: Die Zahl der Filialen wuchs, und die Kunden blieben ihrem Lädeli treu.

«Die Nische von Nähe und Kleinflächigkeit passt zu uns», sagte Volg-Chef Ferdinand Hirsig zur Strategie. Gerade weil die Volg-Filialen und die Abnehmer von Volg-Produkten auch in kleinen Dörfern präsent seien, habe das Geschäftsmodell Erfolg.

Druck an Preisfront leicht gesunken

«Das kann kein Konkurrent kopieren», sagte Hirsig am Dienstag vor den Medien in Winterthur. Die Kunden akzeptierten, dass Volg etwas teurer sei. Volg betreibe keine grösseren Läden, biete keine flächendeckenden Discount-Angebote und arbeite nicht mit zu tiefen Margen.

An der Preisschlacht der grösseren Detailhändler könne man nicht teilnehmen, sagte Hirsig: Allerdings sei 2013 der Druck an der Preisfront auch etwas zurückgegangen. Volg widerstehe zudem dem Online-Boom und leide nicht zu stark unter dem Einkaufstourismus in die billigeren Grenzregionen der Euro-Nachbarländer.

3,5 Prozent mehr Umsatz

Die Gruppe hat im vergangenen Jahr ihren Umsatz um 3,5 Prozent auf 1,41 Mrd. Franken gesteigert. Zum Vergleich: Der gesamte Schweizer Detailhandel wuchs im vergangenen Jahr laut Statistik in der Grössenordnung von 0,3 Prozent. Den grössten Anteil an Umsatz hatten die 559 Volg-Läden in vielen Teilen des Landes, die 1,01 Mrd. Franken umsetzten. Das sind 2 Prozent mehr als im Vorjahr: Die Zahl der Volg-Läden stieg um sechs, wie am Dienstag mitgeteilt wurde. 12 neue Läden eröffneten, aber es wurden auch 6 Filialen geschlossen.

Auch die Belieferung von Händlern ausserhalb der Gruppe wuchs: Der Absatz bei den 294 von Dritten betriebenen Läden stiegen um 1,8 Prozent auf 116 Mio. Franken. Einen Umsatzanstieg von 13,3 Prozent verzeichnete Volg mit den Einkaufsmöglichkeiten an den Agrola-Tankstellen: Die aktuell 77 Top-Shops - es sollen dieses Jahr bis zu 8 dazukommen - nahmen 204 Mio. Fr. ein.

Weitergehende Geschäftszahlen weist Volg nur für die Grossistin Volg Konsumwaren AG aus, die bis Ende Jahr 930 Verkaufsstellen belieferte und einen Teil der Volg-Läden selbst führt. Diese hat bei einem von 799,5 auf 830,4 Mio. Fr. gesteigerten Umsatz den Betriebsgewinn von 12,5 auf 13,1 Mio. Fr. erhöht. Der Reingewinn stieg von 4,6 auf 5,2 Mio. Franken.

Konsumfeindliches Wetter

Dabei sei 2013 ein zwar erfolgreiches, aber schwieriges Jahr gewesen, sagte Unternehmenschef Hirsig. Das nasskalte Wetter durch weite Teile des ersten Halbjahres 2013 sei schlecht gewesen für den Verkauf von Lebensmitteln wie Getränken, Grillfleisch oder Glacés. Das zweite Halbjahr sei dann aber «traumhaft» verlaufen.

Im laufenden Jahr sei es eher umgekehrt: Das milde Wetter ist gut für den Absatz, dafür muss Volg laut Hirsig darauf schauen, im zweiten Halbjahr auch gut abschneiden zu können. Das Geschäftsmodell mit den Dorfläden will Volg-Chef Hirsig ausbauen: Noch gebe es rund 50 Dörfer, in denen er einen Volg eröffnen könnte, sagte er. Auch am Ausbau in der Romandie hält der Leiter des traditionell in der Ostschweiz verankerten Unternehmens fest.

Aktuell hat Volg in der Westschweiz 17 Läden. Im laufenden Jahr sollen 8 bis 10 Filialen dazukommen. Damit käme Volg in der Romandie laut Hirsig langsam auf eine Grösse, mit der das Geschäft profitabel betrieben werden könnte. Er geht auch davon aus, dass Volg in der Romandie mit steigender Bekanntheit an Dynamik gewinnt.

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