17.09.2015 09:45
Quelle: schweizerbauer.ch - Raphael Bühlmann
Dünger
Volldünger günstig wie seit Jahren nicht mehr
Niedrige Energiekosten und der schwache Eurokurs sind die Hauptgründe, warum Volldünger derzeit sehr günstig bestellt werden kann. Mit der Abschwächung des Frankens steigen aber auch die Preise wieder an.

So, wie der starke Franken Schweizer Exporte in den Euroraum verteuert, verbilligt er auf der anderen Seite auch die Importe. Landwirte spüren dies in erster Linie bei der Beschaffung von Produktionsmitteln. Ein Beispiel dafür ist der Düngerpreis. Obschon sich die Preise für Stickstoff auf den internationalen Märkten auf dem Niveau vorangegangener Jahre bewegen, gelangt dieser aufgrund der Währungskursdifferenz heute günstiger in die Schweiz.

Dünger bis 5 Fr. günstiger

So hat zum Beispiel die Landi ihre Düngerpreise für den Stickstoffvorbezug 2016 bekannt gegeben, und es zeigt sich, dass diese deutlich tiefer sind. «Die Preise für Stickstoffdünger liegen rund 4 bis 5 Franken unter dem Vorjahr und sind somit so tief wie seit Langem nicht mehr. Dank des Währungsvorteils ergeben sich für die Schweizer Landwirte sehr attraktive Preise», erklärt die Landor auf Anfrage und empfiehlt weiter, sich jetzt mit der benötigten Menge für den Frühling einzudecken.

Mit grosser Wahrscheinlichkeit seien die Stickstoffdüngerpalette jetzt am günstigsten, zudem seien die Dünger im Frühling dann auf dem Hof auch bereits verfügbar. Dies bestätigt auch Andreas Fiechter von Agroline. «Ich rate den Landwirten, dass sie sich jetzt mit Stickstoff eindecken. Die Bauern haben ja derzeit mit tiefen Erzeugerpreisen zu kämpfen, also sollten sie da wo möglich sich auch mit günstigeren Produktionsfaktoren versorgen können», erklärt er.

Preise steigen wieder an

Als Grund für die aktuell günstigen Preise führt Andreas Fiechter unterschiedliche Gründe an. Die gesunkenen Energiekosten, eine derzeit gute Versorgungslage und der aktuell vorteilhafte Währungskurs seien die Hauptursachen. «Durch diese Entwicklungen sowie eine effiziente eigene Produktion sind wir heute gegenüber der Konkurrenz aus dem Ausland wettbewerbsfähig», sagt Fiechter weiter.

Er erklärt aber auch, dass die genannten marktrelevanten Entwicklungen nicht auf alle Düngerpreise durchschlagen würden. «Deutlich günstiger sind die NPK-Dünger, da auch der Preis für Kali 60 klar niedriger ist.» Allgemein würden alle chlorhaltigen Mehrnährstoffdünger von der der aktuellen Situation begünstigt. «Nach wie vor sehr hoch ist der Preis aber für chlorfreie Kalisulfate», sagt Fiechter.

Auch Agroline geht davon aus, dass sich die Situation in einem halben Jahr wieder anders präsentieren wird. So sei bereits heute eine Tendenz für  höhere Grunddüngerpreise feststellbar. «Der Euro hat mittlerweile wieder etwas angezogen. Ich gehe davon aus, dass wir nächsten Frühling wieder höhere Preise haben werden», vermutet Fiechter.

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