19.07.2017 07:32
Quelle: schweizerbauer.ch - Doris Bigler
Getreide
Weizen liefert gute Qualität
Die Weizen- und Rapsernte läuft derzeit auf Hochtouren. In frühen Regionen nähert sich die Ernte bereits dem Ende, andernorts steht noch mehr als die Hälfte der Felder. Die Erträge und die Qualität sind gut.

Die Getreidesammelstellen erleben derzeit die strengste Zeit des Jahres. Die Raps- und Weizenernte ist voll im Gang. «Wir kommen nicht nach mit annehmen», so ein Sammelstellenleiter. Auskünfte über Mengen und Qualitäten zu erhalten, gestaltete sich daher am Dienstag als schwierig.

In der Romandie schon weit fortgeschritten

Die Ernte ist je nach Region sehr unterschiedlich weit fortgeschritten. In den frühen Lagen der Westschweiz sind bereits fast 100 Prozent des Weizens und gegen 90 Prozent des Rapses gedroschen. In späteren Lagen melden Sammelstellen, dass sie erst rund 20 Prozent der Weizen- und Rapsmengen erhalten haben.

Während in einigen Regionen deutlich mehr Raps als Weizen abgeliefert wurde, ist es in anderen genau umgekehrt. Vielerorts wird aber der Fokus auf den Weizen gelegt. Denn falls es Regengüsse gibt in den nächsten Tagen, erträgt der Raps diese besser als der reife Weizen. In einem Punkt stimmen aber alle befragten Sammelstellen überein: Die Erträge und die Qualität sind gut.

Grössere Schwankungen beim Protein

So bewegen sich die Erträge für Extenso-Weizen durchschnittlich um die 60 bis 65 kg/a, und jene für ÖLN-Weizen liegen vielfach bei rund 75 bis 85 kg/a. Die Hektolitergewichte liegen im Schnitt bei 78 bis 81 kg und damit im neutralen Bereich und leicht darüber. Auch die Proteingehalte lägen meist im Bereich ohne Abzüge und Zuschläge, also zwischen 12,5 und 14 Prozent, oder leicht darüber, melden die Silochefs. Wobei es beim Protein stärkere Schwankungen gebe. Die Feuchtigkeit und die Fallzahlen bieten heuer keinerlei Probleme. Auch Mykotoxine sind bisher kein Thema. 

Einige Regionen waren von Hagel betroffen. Wie hoch die Ausfälle dadurch insgesamt sind, kann aber noch nicht beziffert werden. Sortenmässig gibt es keine Auffälligkeiten. Ein Sammelstellenleiter hat festgestellt, dass die Sorte Hanswin Schwierigkeiten beim Proteingehalt und der Fallzahl hat. Ein anderer meldet eher tiefe Proteingehalte für die Sorte Chaumont. Ein Dritter stellt fest, dass Zinal gute Ergebnisse liefert und daher nicht von der Sortenliste gestrichen werden sollte.

Raps bringt heuer je nach Region, Sorte und Anbauform mit 35 bis 45 kg/a ebenfalls erfreuliche Erträge. Die Posten werden allgemein trocken abgeliefert. Ein Sammelstellenleiter fasst die Weizen- und Rapsernte treffend so zusammen: «Es ist nicht eine sehr gute, aber eine gute Ernte.»

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