14.12.2015 08:31
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Getreide
Weizen: Weltmarktpreise unter Druck
Die Weltmarktpreise für Weizen dürften in den kommenden Monaten angesichts des sehr hohen globalen Angebots in der laufenden Vermarktungssaison unter Druck bleiben. Davon geht das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) in seinem am vergangenen Mittwoch veröffentlichten Bericht aus.

Nach der Vorhersage der US-Experten ist im Wirtschaftsjahr 2015/16 zwar mit einer Rekordnachfrage von 717,1 Mio. t Weizen zu rechnen. Dem steht aber voraussichtlich ein globales Spitzenaufkommen von 734,9 Mio. t gegenüber. Die Handelsmenge an Weizen soll mit 162,3 Mio. t nur knapp unter dem 2013/14 erreichten Rekord liegen.

Allerdings werden laut USDA voraussichtlich allein rund 60 Prozent der globalen Endbestände an Weizen in wichtigen Exportländern auf das eigene Land und die EU entfallen. So sollen die US-Silos Ende Mai 2016 mit 24,8 Mio. t so reichlich mit Weizen gefüllt sein wie zuletzt vor sieben Jahren. Das US-Landwirtschaftsministerium begründet diese Entwicklung vor allem mit dem zur Zeit hart umkämpften Weltmarkt.

Die US-Ausfuhrpreise für Weizen bewegen sich den Experten zufolge zwar auf einem Fünfjahrestief, sind aber trotzdem auf traditionell belieferten Märkten überwiegend nicht konkurrenzfähig. Ausserdem hoben die Fachleute ihre Prognose für die EU-Weizenbestände an. Diese sollen bis Ende 2015/16 um 2,6 Mio. t auf ein Achtjahreshoch von 18,9 Mio. t ansteigen. Das wären 5,4 Mio. t oder 40 Prozent mehr als Ende 2014/15.

Dazu werden dem Bericht zufolge auch hier die voraussichtlich schlechteren Exportchancen beitragen. Die Prognose für die EU-Weizenausfuhren 2015/16 wurde um 1 Mio. t Weizen auf 32,5 Mio. t gesenkt. Als Begründung verweisen die Experten auf die verschärfte Konkurrenz durch russische und ukrainische Wettbewerber. Indes sollen die globalen Weizenbestände im Verlauf der Saison 2015/16 unter dem Strich um 17,8 Mio t oder 8,4 % auf 229,8 Mio. t steigen.

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