28.07.2020 10:27
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz/mge
Österreich
Wetter erschwert Bewirtschaftung
Der warme und niederschlagsarme Winter sowie das sehr trockene und warme Frühjahr liessen die Landwirte im österreichischen Bundesland Burgenland in Bezug auf die diesjährige Ernte Schlimmes erwarten. Der langersehnte Regen kam Mitte Mai und konnte einige Kulturen retten.

Aktuellen Ergebnissen zufolge gibt es zwar starke Ertragsschwankungen, die diesjährige Ernte dürfte damit unterdurchschnittlich ausfallen, jedoch von sehr guter Qualität sein, teilt die Landwirtschaftskammer (LK) mit. Anhaltende und intensive Regenfälle in den vergangene n Wochen verzögerten den Erntebeginn. Aber die labile Wetterlage sorgt für zusätzlichen Stress bei der Getreideernte. 


"Auch dieses Jahr zeigt sich, dass der Bauer am Feld alles richtig machen kann, aber Klimawandel und Wetterkapriolen machen die Bewirtschaftung der Äcker immer schwieriger. Es war wichtig, dass die Hagelversicherung in Richtung Dürreschäden ausgebaut wurde, um Planungssicherheit für die Bauernfamilien zu gewährleisten. Die aktuelle Corona-Krise zeigt uns, dass die Selbstversorgung mit regionalen sowie saisonalen Lebensmitteln immer wichtiger wird. Die Zuckerrüben- und Rapsflächen haben sich im vergangenen Jahrzehnt halbiert. Der Klimawandel, aber auch fehlende Wirkstoffe, erschweren die Bewirtschaftung enorm. Hier müssen Forschung und Politik zusammenarbeiten, damit wir im Burgenland weiterhin diese Früchte kultivieren können. Denn die Pandemie hat gezeigt, wie wichtig die Eigenversorgung und die Unabhängigkeit von Importen ist", so Landwirtschaftskammer-Präsident Nikolaus Berlakovich.

Voraussetzungen für Bio müssen gegeben sein


37% der Getreidefläche werden im Burgenland biologisch bewirtschaftet (rund 62'200 ha). "Damit haben wir österreichweit bereits jetzt den höchsten Bio-Ackerflächenanteil in den Hauptackerbaugebieten. Die meisten Bio-Flächen werden im Nordburgenland bewirtschaftet, da die klimatischen Bedingungen bessere Voraussetzungen bieten. In Trockengebieten gibt es zwischen biologischen und konventionellen Erträgen keinen grossen Unterschied.

Das trockene Klima eignet sich besser für die biologische Bewirtschaftung, da weniger Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen", zeigt Landwirtschaftskammer-Vizepräsident Werner Falb-Meixner auf. "Wir müssen auch in Zukunft darauf achten, dass die Voraussetzungen für eine biologische Bewirtschaftung sowie auch für einen funktionierenden Bio-Markt gegeben sind. Überzeugungsarbeit bei den Konsumenten ist zu leisten, damit sie im Regal wirklich zu biologischen Produkten greifen und dafür einen höheren Preis zahlen."

Gemeinsam auf den Klimawandel reagieren


Der Klimawandel bringt neben Wetterextremen auch eine Verschiebung und Verlängerung der Vegetationsperioden mit sich. "Wir Bauern versuchen gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer die Herausforderungen des Klimawandels zu bewältigen."

Frühsorten kommen besser mit dem Hitzestress im darauffolgenden Frühjahr zurecht. Generell ist zu sagen, dass weniger Sommergetreide und beim Wintergetreide mehr Frühsorten zum Einsatz kommen werden. Sonnenblume, Mais und Sojabohne werden großteils auch später angebaut, um einerseits der Frühjahrstrockenheit entgegenzuwirken und andererseits die aufkeimenden Unkräuter noch vor dem Anbau mechanisch beseitigen zu können", berichtet Adalbert Endl, Obmann des Pflanzenbauausschusses.

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