6.11.2015 18:45
Quelle: schweizerbauer.ch - gro
Fleischmarkt
Wohlstand kurbelt Fleischkonsum an
Der weltweite Fleischbedarf wird sich laut Schätzungen bis im Jahr 2050 verdoppeln. Dies erfordert neue Wege.

«Fleisch ist ein Luxusprodukt», stellte David Bosshart, CEO des Gottlieb Duttweiler Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft, letzte Woche an der Fachkonferenz «Brennpunkt Nahrung» in Luzern klar. Tatsächlich ist der Fleischkonsum pro Kopf in ärmeren Ländern deutlich tiefer als in reichen.

In Indien isst eine Person im Durchschnitt nur etwa 5 Kilo Fleisch pro Jahr, in Hongkong sind es über 110 Kilo. Die Schweiz liegt mit rund 52 Kilo pro Kopf im Mittelfeld. Warum unser Wert nicht höher liegt, darüber lässt sich spekulieren. Liegt es an den relativ hohen Preisen für Fleisch? Sind Schweizer ernährungsbewusster? Oder essen sie lieber etwas weniger, dafür qualitativ hochwertiges Fleisch?

Aktuell werden weltweit pro Jahr rund 300 Millionen Tonnen Fleisch produziert. Dieser Wert wird sich bis im Jahr 2050 gemäss Analysten verdoppeln. Einerseits, weil die Weltbevölkerung von heute rund 7,3 Mrd. Menschen auf geschätzte 9 Mrd. anwächst. Aber vor allem, weil der Fleischkonsum in den wachsenden Mittelschichten der Entwicklungs- und Schwellenländer massiv ansteigt.

Peter Böhni von der Firma Bühler sieht verschiedene Wege, um dem wachsenden Fleischbedarf zu begegnen, wie er an der Tagung darstellte:
- Die Erträge in der Landwirtschaft und damit im Futtermittelsektor werden weiter steigen.
- Nutztiere werden vermehrt mit alternativen Proteinquellen wie Insektenmehl usw. gefüttert.
- Die Konsumenten werden vermehrt auf Fleischersatzprodukte wie z.B. aus Getreideflocken zurückgreifen.
- Fleisch wird im Labor kultiviert.

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