13.03.2017 10:09
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Devisen
Zinswende? Euro legt zu
Der Euro ist am Montag auf den höchsten Stand seit mehr als vier Wochen gestiegen. Am Morgen legte die Gemeinschaftswährung bis auf 1,0710 US-Dollar zu. Seit langem kostete zudem ein Euro wieder über 1,08 Franken.

Der Euro-Franken-Wechselkurs stieg am Montagmorgen zeitweise auf 1,0825 Franken. In den vergangenen Wochen bewegte sich der Kurs bei 1,06 bis 1,07 Franken. Auftrieb gaben dem Euro zunehmende Wetten auf eine nahende Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB).

Agenturen bringen Erhöhung ins Spiel


Genährt wurden die Spekulationen von Berichten der Agenturen Reuters und Bloomberg vom Freitag. Insidern zufolge hat der EZB-Rat bei seiner jüngsten Sitzung kurz über eine Zinserhöhung vor dem Auslaufen des aktuellen Anleihe-Ankaufprogramms gesprochen.

Er glaube zwar nicht an dieses Szenario, betonte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. Aber: «Momentan zählt, dass EZB-Präsident Mario Draghi solchen Spekulationen in seinen Äusserungen letzte Woche keinen Riegel vorgeschoben hat.» Er halte daher einen Anstieg des Euro auf bis zu 1,13 Dollar für möglich.

Spekulationen zurückgewiesen (Update 11.35 Uhr)

Ein EZB-Führungsmitglied wies hingegen Spekulationen über eine bald anstehende Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik zurück. Die Aussagen nach der Zinssitzung am Donnerstag seien noch kein Signal dafür gewesen, sagte Ratsmitglied Jan Smets der Montagsausgabe des «Wall Street Journal».

«Das spiegelt eine einfache Einschätzung einer etwas geänderten Realität wider, nicht mehr als das», sagte der belgische Notenbankchef. Smets stellte fest, dass es zwar bei den Kerninflationsdaten ohne die schwankungsreichen Energie- und Lebensmittelpreise marginale Verbesserungen gegeben habe und die Gesamtinflation gestiegen sei. Man müsse sich aber die mittelfristigen Aussichten anschauen.

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