8.04.2014 07:03
Quelle: schweizerbauer.ch - Doris Grossenbacher
Fleischmarkt
Zu viele Labelmuni in der Romandie
Importe von jungen Kühen in Hälften und Überhänge bei den Labelmuni belasten den QM-Muni-Markt.

Vor einem Monat verlangte Swiss Beef, die Schweizerische Vereinigung der Rindermäster, von der Proviande eine bessere Steuerung der Rindfleischimporte. Swiss Beef macht zu grosszügige Importfreigaben dafür verantwortlich, dass der Preis für Bankvieh in den letzten Monaten 30 bis 50 Rappen unter dem Vorjahresniveau lag.

Noch keine Lösung gefunden

Die zu hohen Nierstückimporte und die grossen Mengen an Kühen in Hälften, welche importiert würden, seien der Grund für die tiefen Bankviehpreise, sagt Urs Meier, Präsident von Swiss Beef: «Es werden vor allem junge Kühe importiert. Deren Nierstücke werden nicht zu Hackfleisch verarbeitet, sondern in der Gastronomie als Rindfleisch verkauft.» Der Import von reinem Verarbeitungsfleisch würde den Schweizer Munimarkt weniger belasten, ist er überzeugt.

Der Antrag von Swiss Beef sei bei der Proviande zur Diskussion aufgenommen worden, sagt Peter Christen, Leiter Klassifizierung und Märkte bei Proviande: «Er ist aber noch nicht zur Befriedigung beider Seiten gelöst. Die Verarbeiter wollen Kuhhälften, damit sie diese ausbeinen, vielseitig verarbeiten können und über Frischfleisch verfügen.» Verarbeitungsfleisch wird gefroren importiert.

Produktion zu gross

Zu reden gab in letzter Zeit auch immer wieder der Überhang bei den Labelmuni. Einige IPS-Muni mussten zu QM-Muni deklassiert werden. Obwohl sich der Markt für QM-Muni schon seit einigen Wochen freundlich präsentiert, stiegen darum die Preise erst letzte Woche etwas  an, als die Labelprämie gesenkt wurde.  

«Wir sind mit unseren Schlachtungen bei den IPS-Muni auf dem abgemachten Kurs», sagt Ernst Graber, Leiter Vieheinkauf bei der Micarna. «Offenbar ist die Produktion zu gross.» 

Das sagt IP-Suisse

«Schweizer Bauer»: Seit Wochen sprechen wir von einem Überhang bei den Label-Muni. Was ist das Problem?
Fritz Rothen, IPS-Geschäftsführer: In der Ostschweiz sind die Labelmuni dank dem Programm «Aus der Region. Für die Region.» sehr gut abgeräumt, ja sogar gesucht. In der Westschweiz hat es hingegen zu viel Labelmuni. Diese sehr unterschiedliche Nachfrage hält länger an als angenommen.
Was macht die IPS dagegen?
Als Sofortmassnahme wurde letzte Woche die Labelprämie um 10 Rp. gesenkt. Ausserdem haben wir seit 2 Monaten einen Aufnahmestopp für neue Produzenten. Sollten wir in weiterer Zukunft Bedarf für neue Produzenten haben, werden wir die regional unterschiedliche Nachfrage vermehrt berücksichtigen.

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