2.04.2019 17:09
Quelle: schweizerbauer.ch - awp/blu
Zuckerwaren
Zucker: Grenzschutz in Kritik
Die Schweizer Hersteller von Bonbons haben im vergangenen Jahr trotz einer rückläufigen Absatzmenge den Umsatz etwas steigern können. Vor allem im Inland wurde nach einer langjährigen Schrumpfkurs erstmals wieder ein Wachstum erzielt. Die Täfelihersteller kritisieren Mindestgrenzschutz für Zucker.

Konkret verkauften die 13 industriellen Hersteller 2018 Bonbons und Zuckerwaren im Wert von 369,6 Millionen Franken, 2 Prozent mehr als im Jahr davor. Die Verkaufsmenge ging allerdings um 0,6 Prozent auf 35'651 Tonnen zurück, wie der Schweizerische Verband der Backwaren- und Zuckerwarenindustrie Biscosuisse am Dienstag mitteilte.

Erholung im Inland

Negativ entwickelten habe sich die Verkaufsmengen bei den Hartbonbons (-1,8%), die gut zwei Drittel des Absatzes ausmachen. Bei den Dragées fiel der Rückgang mit 15 Prozent noch deutlicher aus. Positive Wachstumsraten waren laut Mitteilung hingegen bei den Weichbonbons (+8,4%), bei der Kategorie der «anderen geformten Zuckerwaren» (+3,8%) sowie bei den Gelée- und Gummibonbons (+0,5%) zu verzeichnen.

In der Schweiz wurden 2018 mit 5'901 Tonnen 0,7 Prozent mehr Zuckerwaren verkauft als im Vorjahr. Der Umsatz stieg damit um 1,7 Prozent auf 87 Millionen Franken und kehrte den seit einigen Jahren anhaltenden Negativ-Trend erstmals wieder in ein Wachstum um.

Mindestgrenzschutz verschlechtert Rahmenbedingungen

Eher durchzogen lief es im Exportgeschäft. Im Vergleich zum Vorjahr wurden mit 29'750 Tonnen 0,8 Prozent weniger Zuckerwaren exportiert, dennoch stieg der Umsatz um 2,1 Prozent an. Insgesamt 95 Länder wurden laut Biscosuisse mit Schweizer Zuckerwaren beliefert. Angeführt wird die Liste dabei von den USA mit einem Exportanteil von 23,4 Prozent gefolgt von Deutschland (22%), Frankreich (10%) und Spanien (8,9%).

Anfang 2019 wurde in der Schweiz ein auf drei Jahre befristeter Mindestgrenzschutz für Zucker eingeführt. Dieser soll den inländischen Zuckerpreis stützen und den Rübenbauern helfen. Den Täeflihersteller schmeckt der Mindesgrenzschutz ganz und gar nicht. Dadurch würden sich die Rahmenbedingungen der Schweizer Hersteller sowohl im Inland- als auch im Exportgeschäft verschlechtern.

"Importware wird vergleichsweise noch günstiger, was den Druck auf die einheimischen Hersteller im Schweizer Markt erhöht", moniert Biscosuisse. Für das Exportgeschäft erschweren die Rohstoffvorgaben der Swissness-Regulierung gleich lange Spiesse im Verhältnis zu den im Ausland produzierenden Konkurrenten. Bereits die Schoggihersteller und die Dauerbackwarenhersteller haben den Mindestgrenzschutz kritisiert. Das ist keine Überraschung, da sämtliche drei Verbände denselben Geschäftsführer haben. 

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