16.03.2017 14:00
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Migros
Zumbrunnen wird Migros-Chef
Herbert Bolliger wird Ende Jahr als Migros-Chef in Pension gehen. Die Verwaltung des Migros-Genossenschafts-Bundes (MGB) hat am Donnerstag Fabrice Zumbrunnen zum Nachfolger gewählt. Der Romand ist derzeit Leiter des Departementes HR, Kulturelles & Soziales und Freizeit.

«Fabrice Zumbrunnen verfügt über alle Fähigkeiten, um Herbert Bolligers Erfolgskurs weiterzuführen», lässt sich Andrea Broggini, Präsident der Verwaltung MGB, in einem Communiqué zitieren.

Seit 21 Jahren "Migros-Blut"

Zumbrunnen studierte an der Universität Neuenburg Betriebswirtschaft und Soziologie. Seit fünf Jahren leitet er das des Departementes HR, Kulturelles & Soziales, Freizeit in der Generaldirektion. Der 47-Jährige befasst sich mit dem Gesundheitsmarkt. So erschloss er mit den Akquisitionen der Gesundheitszentren Medbase und Santémed für die Migros einen neuen Wachstumsmarkt.

Vor seiner Zeit in der Direktion arbeitete er während 16 Jahren für die Migros Neuenburg-Freiburg. Zuerst als Verkaufschef, anschliessend als Verantwortlicher für das Marketing und die Logistik. 2005 wurde zum Geschäftsleiter gewählt. Zumbrunnen wird seine neue Funktion am 1. Januar 2018 übernehmen. Seine Nachfolge als Mitglied der Generaldirektion MGB und Leiter des Departementes HR, Kulturelles & Soziales und Freizeit wird in den nächsten Monaten bekannt gegeben.

Zumbrunnen verstehe den klassischen Detailhandel. Er habe sich aber auch stark in das Thema Digitalisierung vertieft, heisst in der Mitteilung. Er sei ein Garant für Kontinuität. «In Zeiten des sich stark verändernden stationären wie auch digitalen Geschäfts ist das umso wichtiger», betont der Detailhändler.

Die Wahl des Präsidenten der Generaldirektion MGB als Mitglied der Verwaltung MGB liegt in der Kompetenz der Delegiertenversammlung (DV). Diesen Entscheid wird die DV an ihrer ordentlichen Versammlung vom 25. März 2017 treffen.

Bolliger: "Wir sind der nachhaltigste Detailhändler"

Herbert Bolliger wird Ende Jahr pensioniert. Der Aargauer war während 13 Jahren Chef der Migros. Im November 2017 wird er das festgelegte Höchstalter von 64 Jahren erreichen und deshalb Ende des Jahres abtreten. Er hinterlässt seinem Nachfolger ein gewaltiges Gebilde. Während seiner Amtszeit stieg der Umsatz von 20 auf 27,7 Milliarden Franken.

In die Amtszeit des Aargauers fallen die Übernahme des Discounters Denner und Digitec-Galaxus, der heutigen Nummer Eins im Schweizer Onlinehandel. Zudem stiess der Detailhandelsriese mit der Investition in den Gesundheits- und Fitnessbereich sowie mit dem Verkauf und der Vermietung von Elektrofahrzeugen in ganz neue Geschäftsfelder vor.

Auf seine Bilanz angesprochen, sagte Bolliger vor rund einem Monat im Interview mit der «NZZ am Sonntag»: Er habe zwar auch mal Fehler gemacht, doch: «Ich bereue nichts».

Als Erfolge erwähnte er, dass Migros «klarer Marktführer im E-Commerce» wurde und dass das soziale und ökologische Engagement mit Generation M unter einer Klammer zusammengefasst worden sei. «Damit gelang es uns, zum weltweit nachhaltigsten Detailhändler zu werden.» Nachhaltigkeit sei Teil der Migros-DNA, so Bolliger. sda

 

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