9.12.2019 11:52
Quelle: schweizerbauer.ch - sal
Bio
Bio-Milch: 15 Rappen Abzug
Bei den Emmi-Direktlieferanten gibt es nicht nur eine Warteliste für neue Biomilchproduzenten. Vom Überschuss an Bio-Milch sind auch die bisherigen Biolieferanten betroffen. Sie dürfen nur noch 97% der Bio-Milch-Menge von 2019 liefern. Sonst gibt’s 15 Rappen Abzug.

Die Mittelland Milch, die Organisation der Emmi-Direktlieferanten, informierte kürzlich, dass Milchlieferanten, die nach zweijähriger Umstellungszeit auf Bio per 1. Januar 2020 den Status Vollknospe erhalten, sich ein ganzes Jahr gedulden werden müssen, bis ihre Bio-Milch als Bio-Milch bezahlt wird. Vorher nimmt Emmi, die grösste Molkerei der Schweiz, ihre Bio-Milch zwar an, bezahlt aber nur den konventionellen Preis, was pro Kilogramm Milch etwa 20 Rappen weniger bedeutet.  

Mittelland Milch wird Bio-Menge gekürzt

Auch für die bisherigen Bioproduzenten gibt es keine guten Neuigkeiten. Mit einem Deklassierungsabzug soll überschüssige Milch vom Markt genommen werden. «Wir starten im nächsten Jahr mit einem Abzug von 4,5 Rp./kg», steht im Brief. Will heissen: Der Deklassierungsabzug könnte noch höher steigen (dass er sinkt, ist unwahrscheinlich).

Ferner gibt es einen «Deklassierungsabzug 2 bei Überschreitung der Referenzmenge». Der Hintergrund ist, dass die Organisation Mittelland Milch der Emmi im Jahr 2020 28,5 Mio. kg Bio-Milch liefern kann. Das ist weniger, als die Mittelland 2019 an Bio-Milch ablieferte.

Nur noch 97% liefern, sonst 15 Rappen Abzug

Deshalb soll ein Anreiz geschaffen werden, die Produktion zu reduzieren. «Für einen bestimmten Prozentsatz der Milchmenge, welche die bisherigen Bioproduzenten im jeweiligen Monat 2019 geliefert haben, wird der volle Biopreis bezahlt.» Für Produzenten mit Vollknospe ab 1. Januar 2019 sind das 90% der Monatsmenge 2019; für alle übrigen Produzenten sind es 97% der Monatsmenge 2019.

Milch über dieser Referenzmenge wird mit einem zusätzlichen Abzug von 15 Rp./kg deklassiert. Wer also genau gleich viel Milch liefert wie 2019 oder noch etwas mehr (bekanntlich lässt sich die Milchproduktion nicht auf das Kilogramm genau steuern), wird mit massiven Preisabzügen bestraft.


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