3.09.2018 06:03
Quelle: schweizerbauer.ch - mgt/blu
Richtpreis
Preis für Kartoffeln gestiegen
Trotz Trockenheit werden höhere Hektarerträge erwartet. Die Richtpreise sind bei fast allen Sorten gestiegen.

Der Bruttoertrag liegt über alle Segmente gesehen mit 403 kg/a nur leicht tiefer als im Vorjahr (409 kg/a). Bei einem durchschnittlichen Speiseanteil von 78 % liegen die Flächenerträge über alle Sorten bei 355 kg Speiseanteil pro Are. Verglichen mit den letzten 5 Jahren, die mit 2013/2015/2016 drei Kleinsternten enthalten, liegen die diesjährigen Flächenerträge (Speisenanteil) 14 % über dem Mittel.

Qualität gut


Die äusseren und inneren Qualitäten sind gut. Im Vergleich zum Vorjahr sind mehr Drahtwurmschäden zu verzeichnen. Weitere verbreitete Mängel sind Buckel- und Pulverschorf, sowie Frassschäden durch Schnecken. Bei anfälligen Sorten wird zudem empfohlen Schnittproben zu machen, da zum Teil Gefässbündelverfärbungen aufgetreten sind. Die Stärkegehalte sind mit 15.1 % allgemein höher als im Vorjahr (14.6 %). Es ist daher, sowie aufgrund des ausgetrockneten Bodens, bei der Ernte unbedingt die nötige Sorgfalt walten zu lassen, um Schlagschäden zu vermeiden.

Im Vergleich zu den letzten fünf Jahren lassen die höheren Hektarerträge ein durchschnittliches Angebot erwarten, obwohl die Anbaufläche leicht reduziert wurde. Gepaart mit einer leicht tieferen Nachfrage befinden sich die Produzentenrichtpreise 2018 bei allen Speisesorten in der Nähe des mittleren Preisbandes (MPB).

Preise Frischkonsum

Im Frischkonsum beläuft sich der Produzentenrichtpreis für die festkochenden Sorten wie Annabelle, Charlotte, Ditta, Erika, Gourmandine, Queen Anne, Venezia und Vitabella neu auf 47.25 Fr./100 kg (MPB:  47.50 Fr.) und somit gut 1 Franken höher als letztes Jahr. Für die mehligkochenden Sorten Challenger, Concordia, Jelly, Lady Felicia, Laura, Marabel und Victoria beträgt der Preis  44.15Fr./100 kg (MPB:  43.20 Fr.).

Industriepreis unter MPB

Bei den meisten Industriesorten kommt der Produzentenrichtpreis etwas unter das mittlere Preisband zu liegen. Dies aufgrund der praktisch bei allen Sorten bedeutend höheren Erträge im Vergleich zum 5-Jahres-Mittel und einer nur leicht gestiegenen Nachfrage. Bei der bedeutendsten Frites-Sorte Agria liegt der Preis bei  41.50 Fr./100 kg (MPB: 41.60 Fr.).

Für die wichtigen Chips-Sorten Lady Claire und Pirol gilt neu ein Preis von 40.75 Fr./100 kg und 40.95 Fr. (MPB: 42'65 Fr.) . Preise der übrigen Sorten siehe Tabelle. Die Preise für die Sorten aus der offiziellen Sortenprüfung von Swisspatat entsprechen den Preisen der jeweiligen Vergleichssorte.

Bio über Erwartungen

Die Biokartoffelerträge liegen dieses Jahr bereits das zweite Jahr in Folge trotz des sehr heissen und trockenen Wetters über den Erwartungen. Der Durchschnittsertrag über alle Sorten beträgt 258 kg Speiseanteil pro Are und liegt damit 27% über dem Fünfjahresmittel, welches allerdings die drei Kleinsternten 2013, 2015 und 2016 beinhaltet.

Bei einer gleichzeitig soliden Nachfrage kommen die Biopreise  2018 für die festkochenden Sorten auf 89.70 Fr./100kg und bei den mehligkochenden Sorten auf  88.30 Fr./100kg (MPB für beide Segmente: 91.50 Fr.) zu liegen. Bei der Industrieware beläuft sich der Preis für Agria auf 72.25 Fr./100kg und bei Markies auf 78.50 Fr./100 kg; bei den Chips-Sorten für Hermes auf 70.10 Fr./100kg und für Verdi auf 72.10 Fr./100kg (MPB: 76.50 Fr.).

Anbaufläche leicht zurückgegangen 

Gemäss Hochrechnungen wurde die Kartoffelanbaufläche im 2018 gegenüber dem Vorjahr um knapp 200 ha reduziert. Sie beträgt 11‘100 ha (2017: 11‘276 ha). Der Flächenrückgang ist gewünscht und vor allem bei den mehligkochenden Sorten zu verzeichnen.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE