Dienstag, 9. August 2022
28.06.2022 07:53
Deutschland

Dramatischer Rückgang der Schweinebestände

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Von: AgE

Erste Bundesländer Deutschlands melden für Mai vorläufige Viehzählungsergebnisse für die Schweinehaltung.  Der starke Rückgang bei Tierzahlen und Haltern setzt sich fort. 

 

Die aktuellen Daten der Viehbestandserhebung für Deutschland des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sind noch nicht veröffentlicht worden, doch erste Meldungen aus den Bundesländern lassen einen weiteren dramatischen Rückgang des Schweinebestandes und der Betriebe erwarten.

Wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen vergangene Woche mitteilte, ist in diesem Bundesland Deutschlands die Zahl der Schweine nach vorläufigen Daten im Mai gegenüber dem Vorjahr um 866’450 oder 10,6 % auf 7,33 Millionen gefallen.

Innerhalb einer Dekade wurde die Schweineherde in Niedersachsen um nahezu ein Fünftel verringert. Besonders deutlich stockten die dortigen Halter gegenüber Mai 2021 ihren Sauenbestand ab, nämlich um 13,5 % auf 388’100 Tiere. Im Zehnjahresvergleich beläuft sich hier das Minus auf gut 30 %.

Zahl der Schweinehalter hat sich halbiert

Laut dem Landesstatistikamt hat sich die Zahl der Schweinehalter innerhalb einer Dekade auf nur noch rund 4’400 Betriebe verringert und damit fast halbiert; allein in den vergangenen zwölf Monaten gaben 550 Halter auf. Relativ noch stärker als in Niedersachsen ist der Strukturwandel im Süden Deutschlands ausgeprägt. Nach vorläufigen Angaben des Bayerischen Landesamtes für Statistik gab es zum Stichtag 3. Mai 2022 noch rund 3’600 Schweinehalter im Freistaat, damit haben binnen Jahresfrist 600 Betriebe oder 13,9 % die Produktion eingestellt.

Die Zahl der gehaltenen Schweine war um 12,7 % auf 2,53 Millionen rückläufig, wobei die Sauenherde als Produktionsgrundlage der Zukunft relativ gesehen mit 15,1 % am stärksten reduziert wurde. Aus Baden-Württemberg wurde eine Abnahme des dortigen Schweinebestandes im Vergleich zur Erhebung von vor einem Jahr um 150 000 Tiere oder 10,2 % auf 1,35 Millionen Stück gemeldet; das sind so wenige wie zuletzt vor fast 70 Jahren. Fast jeder zehnte Sauenhalter gab dort binnen Jahresfrist auf. Bei der Stichprobenerhebung zu den Viehbeständen werden bundesweit landwirtschaftliche Betriebe mit 50 oder mehr Schweinen oder mit zehn oder mehr Zuchtsauen auf dem Hof berücksichtigt.

 Produktion ins Ausland verlagert

Laut der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) dürften auch die bald zu erwartenden bundesweiten Daten «die riesige Ausstiegswelle» in der Schweinehaltung sichtbar machen. Die Multikrise der vergangenen zwei Jahre und die damit verbundenen lang anhaltenden hohen finanziellen Verluste in der Schweinehaltung hätten viele Betriebe dazu gezwungen, das Handtuch zu werfen. Auch mangle es an politischer Planungssicherheit, und es kämen immer neue Auflagen hinzu.

In der Folge werde die Schweinehaltung hierzulande abgebaut, dagegen in Spanien deutlich aufgestockt und die Produktion somit ins Ausland verlagert. Dies habe auch für die vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereiche und die ländlichen Räume stark negative Konsequenzen; die Ausstiegsbetriebe kämen nicht mehr zurück. Um die Ausstiegswelle zu bremsen, brauche es zu allererst endlich wieder auskömmliche Ferkel- und Mastschweinepreise, betonte die ISN.

Zudem müsse auch die Politik hinsichtlich eingeleiteter und neuer Vorschriften „nun erst einmal die Pausetaste drücken“ und zunächst ihre Hausaufgaben machen – nämlich für Planungssicherheit und eine Perspektive für die Schweinehaltung in Deutschland sorgen. 

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