Mittwoch, 2. Dezember 2020
25.07.2019 16:46
Fleisch

Bauern sollen Migros nicht liefern

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Die Migros schafft sich bei den Landwirten derzeit nicht viele Freunde. Schweinemäster kritisieren, dass Tochterunternehmen Micarna einen nicht marktgerechten Preisabschlag vorgenommen habe. Auch bei der Molkereimilch ist die Migros in der Kritik.

Im ersten Halbjahr wurde die Schweinefleischmenge um 6,8 Prozent reduziert. Gemäss Suisseporcs ist derzeit die Marktversorgung «optimal». «Angebot und Nachfrage sind auf dem Schlachtschweinemarkt seit Wochen in idealer Balance», hält der Verband fest.

Preissenkung von 10 Rappen

«Die Produzenten haben ihre Aufgabe erfüllt und das Angebot an die Absatzmöglichkeiten von Schweizer Schweinefleisch angepasst», schreibt der Schweinezucht- und Schweineproduzentenverband am Donnerstag in einer Mitteilung. Der Preis pro Kilo Schlachtgewicht (SG) ab Stall liegt seit April bei 4.50 Fr.

Die Migros-Tochter Micarna hat nun beschlossen, ab Freitag den Preis um 10 Rappen pro Kilo SG zu senken. Zudem wird die Label-Prämie für IP-Suisse-Schweine um 5 Rappen pro Kilo SG gesenkt. Dieser Abschlag sei nicht marktgerecht, halten die Schweineproduzenten fest.

«Migros nutzt Marktmacht aus»

«Der preisbestimmende Abnehmer nützt seine Marktmacht schamlos aus. Diese Preis- und Marktpolitik irritiert und enttäuscht die Produzenten stark», moniert Suisseporcs. Es handele sich hierbei um eine Margenverbesserung auf dem Buckel der Produzenten.

Suisseporcs will den Abschlag nicht einfach hinnehmen. Sie fordert Bauern und Handel auf, der Micarna keine Schweine zu diesem Preis zu liefern. «Die Migros wird aufgefordert, für die Schweizer Landwirtschaft ein fairer und nachhaltiger Partner zu sein und die Preisgestaltung marktgerecht vorzunehmen», lautet die Botschaft von Suisseporcs.

schweizerbauer.ch hat die Migros zur Mitteilung von Suisseporcs Fragen gestellt. Die Antworten werden publiziert, sobald diese vorliegen.

Auch Preissenkung bei der Molkereimilch

Auch im Molkereimilchmarkt hat sich die Migros den Zorn der Bauern zugezogen. Per 1. Juli hat die Migros-Tochter Elsa den Direktlieferanten den Milchpreis um 2,5 Rappen gesenkt. Der Schweizer Bauernverband (SBV) und die Schweizer Milchproduzenten (SMP) sind empört.

«Es ist nicht nachvollziehbar, wenn die bestpositionierten Unternehmen im Schweizer Markt auf die milchärmere Periode hin Milchpreissenkungen durchboxen wollen, während alle wichtigen Marktindikatoren entweder auf Stabilität oder eine positive Entwicklung hindeuten», lautet die Kritik.

Keine Preisnachlässe gewähren

Der Migros-Genossenschaftsbund hingegen sagt, dass seit Februar die ausbezahlten Milchpreise in der Branche kontinuierlich sinken würden. Darum habe Elsa den Basispreis um 2,5 Rappen auf 62,5 Rappen gesenkt. Das Unternehmen habe «sehr lange zugewartet» bis es sich zur aktuellen Preissenkung entschlossen habe.

SMP und SBV appellieren an die Milchhändler. «Diese müssen konsequent solidarisch bleiben und auch ihrerseits gegenüber der Elsa oder anderen Abnehmern keine Preisnachlässe gewähren», betonen SMP und SBV. Alle Milchvermarktungsorganisationen seien aufgefordert, diese Position einheitlich zu vertreten.

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