Samstag, 12. Juni 2021
05.06.2021 09:33
Ackerbau

Erntemenge wegen Wetter angepasst

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Von: mgt

Swiss Granum, die Branchenorganisation für Getreide, Ölsaaten und Eiweisspflanzen, hat die Ernteprognose für das laufende Jahr angepasst. Die Trockenheit in den Monaten März und April und das nasse und kalte Wetter im Mai seien bei den Ertragserwartung der einzelnen Kulturen unterschiedlich berücksichtigt worden.

Beim backfähigen Brotgetreide seien die aktuellen Schätzungen gegenüber dem Ende Februar festgestellten Trend annähernd gleichgeblieben, teilt Swiss Granum mit.

Brotgetreide: 447’000 Tonnen

Die Brotgetreidefläche (Weizen, Dinkel, Roggen, Emmer/Einkorn, Mischel) wird um 3’300 ha höher eingeschätzt als 2020. Knapp 700 ha davon entfallen auf die Bio-Brotgetreidefläche. Prognostiziert wird eine Zunahme bei der Brotweizen- und Dinkelfläche um 4.4 resp. 6.2% (2’991 resp. 367 ha). Verglichen zum Vorjahr ist eine Zunahme der Weizenklasse TOP zulasten der Klasse I festzustellen.

Die Hartweizenfläche wird wie das übrige Getreide für die Nahrungsmittelproduktion separat ausgewiesen und beträgt 800 ha (+ 33.3%). Die Erntemenge an backfähigem Brotgetreide 2021 wird insgesamt auf ca. 447‘000 t geschätzt und liegt damit nur unwesentlich unter der Vorjahresmenge. Von dieser Menge fallen rund 35’000 t in Bioqualität an, was einer Steigerung des Biobrotgetreides gegenüber dem Vorjahr von 13% entspricht.

Ein zurzeit noch nicht quantifizierbarer Teil der Brotgetreidemenge kann bei der Ernte wegen Qualitätsmängeln voraussichtlich noch als nicht backfähig deklariert und im Futterkanal abgesetzt werden. In der geschätzten Brotgetreidemenge ist diese Menge aktuell noch enthalten.

Futtergetreide: Mehr Futterweizen

Auch beim Futtergetreide liegen die aktuellen Einschätzungen von Swiss Granum in der gleichen Grössenordnung wie Ende Februar. Insgesamt wird die Anbaufläche (ohne Körnermais) um rund 1’400 ha oder 3% höher eingeschätzt als im Vorjahr. Die Zunahme verteilt sich zum grössten Teil auf Futterweizen (+ 1’387 ha, + 14.4%) und zu einem kleinen Teil auf Hafer. Die Körnermaisfläche kann im Moment noch nicht abgeschätzt werden.

Beim Futterweizen ist mit 75’000 t eine um 14.2% grössere Erntemenge als im Vorjahr zu erwarten. Die Gerstenernte wie auch die Erntemengen von Triticale und Hafer werden in einer ähnlichen Höhe wie 2020 erwartet. Die Futtergetreideernte 2020 wird insgesamt auf rund 490‘000 t geschätzt, davon 7.4% in Bioqualität. Darin nicht inbegriffen ist die allfällig nicht backfähige Menge an Brotgetreide, welche aktuell noch nicht quantifizierbar ist. 

Weniger Erntemenge beim Raps

Die Erntemengen der Ölsaaten und Eiweisspflanzen werden tiefer eingeschätzt als noch im März. Damit wird der Stand der Kulturen berücksichtigt und beim Raps aufgrund der Witterung die Ertragserwartung reduziert. Insgesamt dürfte die Eiweisspflanzenernte mit knapp 18‘000 t verglichen mit dem Vorjahr etwas höher ausfallen.

Die Ölsaatenernte wird mit insgesamt 103‘000 t um knapp 3% tiefer eingeschätzt als im vergangenen Jahr. Beim Raps wird mit 84’900 Tonnen eine leicht tiefere Ernte (- 4%) vorhergesehen. Es erscheint aufgrund der aktuellen Beurteilungen der Kulturen wenig wahrscheinlich, dass die letztjährige Erntemenge übertroffen wird, schreibt Swiss Granum. Damit wird der Bedarf nach einheimischem Raps voraussichtlich auch in dieser Ernte nicht gedeckt werden können.

Die Ernte der Sonnenblumen wird mit 12’500 Tonnen in etwa auf dem Vorjahresniveau liegen. Bei der Soja wird eine Menge von 5’300 Tonnen und damit eine geringfügige Zunahme erwartet. Der Bio-Anteil an der Ölsaatenmenge bewegt sich mit 2.9% weiterhin auf sehr tiefem Niveau.

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