Sonntag, 24. Oktober 2021
16.09.2021 12:58
Ackerbau

IP-Suisse sucht Getreide- und Rapsbauern

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Von: blu

Die Ernte 2021 geht als unterdurchschnittlich in die Geschichte ein. IP-Suisse kann die Fehlmengen durch Lagerbestände ausgleichen. Die Bauernorganisation sucht aufgrund guter Nachfrage und tiefer Lagerbestände neue Produzenten, die Getreide und Raps anbauen.

Die Ernte 2021 wurde durch die miese Witterung deutlich beeinträchtigt. Die Erträge beim Brotgetreide fallen deutlich tiefer aus. Betroffen sind auch IP-Suisse-Produzenten.

Keine Deklassierungen

Die Organisation spricht von einer der schlechtesten Ernten seit dem Bestehen. Viele Regionen seien stark von Auswuchs betroffen. Im Gegensatz zum konventionellen Getreide hat IP-Suisse keine Deklassierungen vorgenommen und ein strategisches Lager aufgebaut. Das kommt nun zum Tragen.

Das gesamte Lager wird nun verwendet, um die schlechte Ernte auszugleichen. Da IP-Suisse-Getreide nicht importiert werden kann, rechnet die Organisation mit steigenden Preisen. Um die Lager wieder aufzubauen und die nachgefragten Mengen zu liefern, ruft IP-Suisse seine Produzenten auf, die Flächen auszudehnen. Auch neue Produzenten können sich melden.

Mehr Abnehmer und kleine Lager

Denn der Bedarf am Labelgetreide steigt weiter an. «Einerseits konnten neue Abnehmer gewonnen werden, welche IP-Suisse-Produkte anbieten möchten. Andererseits müssen die Lagerbestände wieder neu aufgebaut werden», heisst es in der Mitteilung.

Die Bauern können wählen zwischen einer extenso Produktion (mit Herbiziden) und einer Produktion ohne Pflanzenschutzmittel (nebst extenso auch ohne Herbizide). Eine nachträgliche Abmeldung der Programme ist immer möglich, falls ein Eingriff nötig ist. Interessierte Produzenten melden sich auf der Geschäftsstelle.

IP-Suisse Raps ist ein gefragtes Gut.
Christian Aebersold

Nebst Brotgetreide ist auch die Nachfrage nach Labelraps unvermindert hoch. «Die Rapserträge waren besser, als es die Kulturen vermuten liessen», schreibt IP-Suisse. Aufgrund der guten Nachfrage werden die Preise für die Ernte 2021 um mehr als 10 Prozent steigen. Gemäss IP-Suisse ist es immer möglich, die Programme abzumelden, wenn ein Pflanzenschutzmittel appliziert werden muss.

Klassenmix 180 – 219 Sekunden

Durch die Separation des Brotgetreides mit Fallzahlen von 180 – 219 Sekunden wurden mehrere tausend Tonnen gerettet. Es bestünden gute Chancen, dass der Klassenmix in der Mühlenindustrie für spezielle Zwecke verwendet werden könne, schreibt IP-Suisse. «Auch wenn wir den Preis noch nicht definitiv festlegen können, sollte er zwischen jenem für Futterweizen und dem für Weizen der Klasse 1 zu liegen kommen», heisst es weiter.

Der Erlös soll unter der Berücksichtigung der Abgaben für den Klassenmix höher sein, als wenn dieser als Futterweizen verkauft würde. Die Produzenten erhalten unabhängig von der Sorte eine Prämie von 4.30 Fr./100kg sowie den Zuschlag von 10.00 Fr./100kg für Getreide, welches ohne PSM angebaut wurde.

Aufgrund Vorsicht und mangelnden Informationen zum Zeitpunkt der Auszahlung, zahlten die Sammelstellen häufig den Futtermittelpreis als Vorschuss. In diesem Fall wird die zweite Auszahlung höher ausfallen.

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5 Responses

    1. Dann aber auch den Grenzzaun verstärken!!
      Sonst kommen Bio-Getreide und -Brot-Teiglinge aus typischen (und ökologisch guten) Getreideanbau-Ländern vermehrt in die Schweiz. und dies zu Priesen, wo IP-CH geschweige denn BioSuisse nur annähernd mithalten kann.

      @ Fabian: zu Deiner Erinnerung, wir befinden uns im 21. Jahrhundert!!

      1. Wenn schon kein gerechter Preis bezahlt wird, müssen wir es ja auch nicht anbauen. Das ist ja eh nur zum die Organisatoren und die Kontrolleure finanzieren. Ohne Pflanzenschutz ist beim Raps sowieso nichts mehr drin.

  1. Solange korrupte IP Kontrolleure auf dem Hof sind mache ich kein Raps mehr, aller erstes Jahr nicht gewusst Schadschwelle eintragen Erdfloh 700 .- Fr Busse ….und tschüss Rapsanbau…..

  2. In den vergangenen Jahren hat man viele Tonnen gutes Brotgetreide als Futtergetreide deklassiert, weil die gering gehaltenen Lagerbestände voll waren. Aus Kostengründen hält man Lager so klein wie möglich. Aber schon ein schlechtes Jahr bringt die Lager an die Untergrenze und man ruft nach mehr Produktion. Diese Kurzsichtigkeit wird sich in den kommenden Jahren rächen.

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