Freitag, 7. Oktober 2022
19.09.2022 06:39
Schweinemarkt

Jager zu Tierfutter verarbeitet

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Von: khe/blu

In der Schweiz gibt es zu viel Schweinefleisch. Daher wird nun ins Ausland exportiert.

In der Schweiz gibt es zu viel Schweinefleisch, schreibt SonntagsZeitung. Dazu geführt hätten eine massive Überproduktion und ein gleichzeitig sinkender Konsum.

Der Artikel beschreibt einen Fall, der im Juli für Aufsehen gesorgt hat: Ein Transporter geladen mit 500 Mastjagern konnte die Grenze nach Deutschland nicht passieren, weil dort ab Temperaturen von über 30 Grad Tiertransporte nicht erlaubt sind. Die Schweinevermarkterin musste kurzerhand neuen Absatz im Inland finden – was nicht möglich war; weshalb die Jager schliesslich zu Haustierfutter verarbeitet wurden. Ein Beispiel für die angespannte Lage auf dem Schweinemarkt.

Export ist neu

Meinrad Pfister, Präsident des Branchenverbands Suisseporcs, kommentiert die Lage: «Wir sind sehr unglücklich über die derzeitige Situation». Man gehe beim Verband zudem davon aus, dass die hohen Kosten für Transport und die gleichzeitig tiefen Preise dazu führen werden, dass sich die Produktion nicht mehr lohne, sagt er gegenüber der SonntagsZeitung.

Dass Schweine aus der Schweiz ins Ausland exportiert werden, sei neu und habe es vorher noch nie gegeben, heisst es bei Suisseporcs. «Es ist die am wenigsten schlechte von schlechten Varianten», erklärte Pfister gegenüber «Schweizer Bauer» Anfang August. 

Angesichts der Überproduktion seien Exporte aber das kleinere Übel: «Die Alternative wäre, trächtige Muttertiere schlachten zu müssen, dies ist mit dem Tierschutzgedanken nicht vereinbar», sagt Meinrad Pfister, Präsident des Branchenverbands Suisseporcs.
Suisag

Alternative: Trächtige Tiere schlachten

Pfister sieht die Exporte kritisch. «Die Preise im Ausland liegen noch tiefer als in der Schweiz und sind ein Verlustgeschäft», sagt er. Die Fahrten ins Ausland jedoch seien auch wegen der längeren Transportzeiten problematisch. In der EU seien Lebendtiertransporte von bis zu 24 Stunden möglich, doch davon wolle man sich in der Schweiz abgrenzen, so Pfister.

Angesichts der Überproduktion seien Exporte aber das kleinere Übel. «Eine andere Variante wäre, tragende Muttersauen zu schlachten. Das wollen wir unbedingt vermeiden», sagte Pfister zu «Schweizer Bauer». Auch das Ausmästen der Jager in den überfüllten Zuchtbetrieben sei keine Alternative; das führe unweigerlich zu Tierschutzproblemen.

Fleisch weniger gefragt

Die Überproduktion von Schweinefleisch wiederhole sich alle vier bis fünf Jahre, erklärt Pfister gegenüber der SonntagsZeitung. Der Konsum von Schweinefleisch gehe zurück, gleichzeitig werde die Produktion immer effizienter. Der Preis pro Kilo Schweinefleisch liegt aktuell bei 3 Franken. Das ist überdurchschnittlich tief. Derzeit wird bei Suisseporcs eine Arbeitsgruppe eingesetzt, um Überproduktionen und Preisabstürze künftig zu verhindern.

Auch die Zahlen zeigen nichts Gutes: Gemäss Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) wurden 2011 noch fast 25 Kilo Schweinefleisch pro Kopf konsumiert, aktuell sind es 3,6 Kilo weniger.

Wäre eine Preisregulierung durch eine Importreduktion möglich? Das BLW verneint: «Erst wenn die tiefen Preise dazu führen, dass der Bestand an Mastschweinen sinkt, wird sich der Preis wieder erholen», sagt Jonathan Fisch. Der Grund dafür sei, dass der Selbstversorgungsgrad bei über 90 Prozent liege.

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7 Responses

  1. In Deutschland sind Tiertransporte ab 30 Grad nicht erlaubt, in der Schweiz kein Problem. Wie war das wieder mit den strengsten Tierschutzgesetzen weltweit und wie steht es mit der Kompetenz der Schweinevermarkterin die nicht einmal Transportvorschriften kennt?

    1. Deutschland hat auch eine inkompetente und Amerikahörige Regierung. Özdemir hat Null Ahnung von Landwirtschaft. Er hasst wahrscheinlich die Landwirte so sehr wie Victor Brunner.

  2. Dieses elend haben wir den herren von suissporc zu verdanken und ihren kumpels von fenaco und vianco.diese leute sehen vor lauter bäumen den wald nicht mehr.Mir si d mehrere bauern bekannt die ihre schweinestälke nicht mehr belegen wollten.wereliwef hatdas gestürmt zum all diese stälke trotz der schlechten nachfrage wiedrr zu füllen……die herren von suissporc… Dummheit kennt eben keine a!tersgrenze.suisspirc müsste mal anfangen klar zu denken dan hätten wir diese schweinemisere nicht

  3. Nur weil die Schlachtung im Ausland günstiger ist, wurde versucht lebende Tiere zu exportieren und da zu verarbeiten. Images, Tierschutz und Seuchenprävention stehen dann hinten an, im Vordergrund steht der Rubel. Mit einer diletantischen Vorgehensweise, stümperhaften Planung und wenig sensiblen Gespür, zeichen diese Organisationen ein schlimmes Bild. Die Negativschlagzeilen haben sogenannte vor- und nachgelagerte „Parrtner“ ausgelöst. Ausbaden müssen diese nur die Bauern. Sehr bedauerlich.

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