Donnerstag, 1. Dezember 2022
15.10.2012 07:45
Kartoffeln

Kartoffeln: Kälte und Nässe bedrohen Ernte

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Die Kartoffellager sind für die Jahreszeit ungewöhnlich leer. Der Regen stoppte die Ernte, und die Kälte bedroht die Kartoffeln. Bis 40 Prozent der Industriekartoffeln sind noch im Boden.

Die Regenfälle der letzten Tage haben die Ernte von Kartoffeln, Mais, Zuckerrüben und auch Gemüse gestoppt und praktisch zum Erliegen gebracht. In einigen Regionen wurden diese Woche Niederschläge von bis zu 100 mm gemessen.

Bis die Felder abgetrocknet sind, geht es ein paar Tage, zudem sind die Wetteraussichten für die nächste Woche eher durchzogen. Einige Bauern haben Anfang Woche bis um 2 Uhr morgens Kartoffeln gegraben, um noch möglichst viel Ware aus dem Boden zu holen.

Bis 40% noch im Boden

Je nach Region sind gemäss verschiedenen Branchenkennern noch sehr viele Kartoffeln nicht gegraben. Die Schätzungen bewegen sich gegen 40%. Vor allem Industriekartoffeln sind noch viele auf den Feldern. Bei den Speisekartoffeln sehe die Situation etwas besser aus, aber auch hier sei noch einige Ware ausstehend.

Fritz Stucki, Verantwortlicher für die Industriekartoffeln der Fenaco, schätzt, dass gut 30% der Industrieware noch im Boden ist. Vor allem die Sorten Markies, Agria und Innovator. «Wenn alle Kartoffeln die Kälte und Nässe unbeschadet überstehen, können wir unser Mengenbudget mehr als nur erfüllen», erklärt er. Er mache sich aber schon gewisse Sorgen, vor allem bei den Markies seien die Lager beunruhigend tief.

Lagerware ist nötig

Probleme könnte es auch beim Backtest geben, wenn die Kartoffeln zu kalt bekommen, gibt Stucki zu bedenken. Einzig die Sorte Panda sei gegenüber der Kälte etwas resistenter.

Walter Ingold von der Terralog macht sich vor allem bei den Industriesorten Sorgen. Wir haben erst 60 Prozent der Fritesware am den Lagern. Vor allem bei Markies seien erst rund 10 Prozent am Lager. Bei den Speisekartoffeln dagegen können die vereinbarten Mengen in etwa eingehalten werden, auch wenn noch einige Posten auf dem Feld seien.

Schäden nehmen stark zu

Gemäss Jörg Schär, zuständig für Speisekartoffeln von der Fenaco, fehlen im Mittelland noch rund 10% der Ware, vor allem mehligkochende. In der Ostschweiz sei die Versorgung knapper, dort fehlen 15%. «Wir haben in den letzten Wochen einen hohen Mängelbesatz aufgrund von Schnecken und Drahtwürmern festgestellt. Infolge des aktuellen Witterungsverlaufs befürchten wir noch höhere Ausfälle», so Schär.

Die Bina teilte auf Anfrage mit, dass 90% der Industriekartoffeln aus eigenem Anbau eingelagert seien und mit keinem Mengenausfall gerechnet werde.

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