Freitag, 7. Oktober 2022
16.09.2022 11:38
Kartoffeln

Kartoffeln: Zusatzkontingente für Import

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Von: blu

Die Ernte 2022 ist zwar immer noch im Gang, doch die Kartoffelbranche hat bereits erste Zusatzkontingente für den Import von Veredelungskartoffeln beantragt. Begründet wird dies mit administrativen Fristen auf Seite des Bundes. Verarbeiter haben zugesichert, bei Schweizer Kartoffeln tolerant zu sein.

Dies diesjährige Kartoffelernte dürfe qualitativ gut ausfallen. Gemäss den ersten Ernteerhebungen fallen die Mengen aber witterungsbedingt etwa 10% tiefer aus. «Dies macht Zusatzimporte nötig», schreibt Swisspatat, die Branchenorganisation der Kartoffeln, in einer Mitteilung. Der Bedarf wird auf rund 40’000 Tonnen geschätzt. Bereits in der Saison 2021/22 wurden mehrere zehntausend Tonnen importiert. Grund dafür war die miserable Ernte wegen des verregneten Sommers 2021.

Swisspatat unzufrieden

Aussergewöhnlich in diesem Jahr ist die frühe Bekanntgabe von zusätzlichen Importen. In der Regel wartet die Branche, bis die einheimische Ernte eingelagert ist. Nun ist das nicht mehr möglich. «Grund dafür sind administrative Fristen von Seite des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW). Durch eine Änderung der Agrareinfuhrverordnung (AEV) war die Branche gezwungen, bis spätestens am 07. September 2022 Anträge für Zusatzkontingente für das laufende Jahr sowie solche mit Laufzeit ab 01. Januar 2023 einzureichen», schreibt Swisspatat.

Swisspatat ist mit den Fristen unzufrieden: «Die Kartoffelbranche bedauert, bereits zum jetzigen Zeitpunkt Zusatzkontingente beantragen zu müssen – ist die Kartoffelernte doch noch in vollem Gang und der genaue Importbedarf noch nicht definitiv abschätzbar.»

Die Verarbeiter haben versprochen, bei Schweizer Kartoffeln tolerant zu sein.
zvg

Vorerst 20’000 Tonnen

Handel, Produzenten und Verarbeiter haben einstimmig am 7. September Zusatzkontingente von 20’000 Tonnen, unterteilt in zwei Tranchen, beantragt. 15’000 Tonnen sollen zwischen Mitte Oktober und Ende Dezember 2022 importiert werden, 5’000 Tonnen im Januar 2023. Damit werde die Versorgung sichergestellt und Importe bestmöglich auf die Erntemengen abgestimmt, heisst es weiter.

Damit wird sei erst die Hälfte der fehlenden Veredelungskartoffeln beantragt. Basierend auf der ersten Lagerbestandserhebung wird anschliessend über weitere Importmengen entschieden. Die Vereitlung der Importe über das gesamte Jahr sei für Handel und Verarbeiter vorteilhaft. «Dadurch können qualitativ gute Schweizer Kartoffeln vorerst eingelagert und zu einem späteren Zeitpunkt verarbeitet werden. Diese Massnahme hält Wertschöpfung in der Schweiz», hält Swisspatat fest.  Zudem seien hiesige Erdäpfel das ganze Jahr im Angebot.

Versprechen von Verarbeiter

Um die Menge an Schweizer Kartoffeln bei der Ernte 2022 zu erhöhen, hat die Branche bei den Chips-Kartoffeln die untere Kalibergrenze bereits auf 40 mm gesenkt. «Die Verarbeitungsbetriebe haben ebenfalls zugesichert, dass inländische Ware bei der Übernahme und Verarbeitung, wo immer möglich Priorität hat», heisst es weiter.

Die Abnehmer wollen bei der Übernahme von hiesigen Kartoffeln zudem tolerant zu sein. Für die Produzenten gilt diese Zusicherung, respektive deren Umsetzung, als Grundvoraussetzung, um hinter den nun beantragten Zusatzkontingenten stehen zu können.

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3 Responses

      1. Nur Geduld. Es wird alle treffen. Am Schlimmsten die, die nie an sowas denken und des Bauers Arbeit nicht schätzen. Sie werden merken müssen dass man nur mit Geld nicht alle Probleme lösen kann.

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