Dienstag, 15. Juni 2021
16.05.2021 08:30
Deutschland

Mehr vegetarische und vegane Lebensmittel produziert

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Von: AgE

Die Fleischersatzproduktion belief sich in Deutschland im Jahr 2020 auf 83 700 Tonnen. Langfristig ist der Verzehr von Frischfleisch in den deutschen Haushalten deutlich zurückgegangen.

Aufgrund einer zunehmenden Verbrauchernachfrage nach vegetarischen und veganen Lebensmitteln haben die deutschen Unternehmen 2020 mehr Fleischersatzprodukte gefertigt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, stieg die Produktion im Jahresvergleich um fast 39 % auf gut 83 700 t.

Verhältnismässig geringer Anstieg

Der Wert dieser Erzeugnisse erhöhte sich im gleichen Zeitraum von 272,8 Mio Euro auf 374,9 Mio Euro, was einem Plus von 37 % entspricht. Trotz dieses Anstiegs fällt der Wert von Fleischersatzprodukten im Vergleich zu Fleischprodukten laut Destatis aber verhältnismäßig gering aus.

Die Wiesbadener Statistiker führten zum Vergleich an, dass der Wert von in Deutschland hergestelltem Fleisch und Fleischerzeugnissen 2020 rund 38,6 Mrd Euro und damit mehr als das Hundertfache des Wertes der Fleischersatzprodukte betragen habe. Gegenüber 2019 sei jedoch der Wert des produzierten Fleisches um rund 4 % gesunken. Die Fachleute vermuten, dass unter anderem die Corona-Pandemie zu dem Rückgang beigetragen haben könnte. Einige Produktionsbetriebe hätten etwa wegen Verstößen gegen Hygieneschutzauflagen und hoher Ansteckungszahlen unter den Beschäftigten zeitweise schließen müssen.

Haushalte sind kleiner geworden

Die Statistiker stellten in dem Zusammenhang auch fest, dass langfristig betrachtet der Konsum von Frischfleisch zum Kochen oder Braten in Deutschland deutlich zurückgegangen sei.

Während 1978 ein Haushalt durchschnittlich noch gut 6,7 kg Fleisch im Monat verbraucht habe, sei es 40 Jahre später mit rund 2,3 kg nur noch ein Drittel der Menge gewesen. Wurstwaren, Räucher- und Trockenfleisch oder anderes konserviertes Fleisch sei hier nicht mitgerechnet.

Mit ein Grund für den Rückgang des Frischfleischeinkaufs durch die Haushalte dürfte auch der seit Ende der siebziger Jahre stark gewachsene Außer-Haus-Verzehr sein. «Besonders stark» ist laut Destatis die Nachfrage nach Schweinefleisch gesunken. So habe ein Haushalt 1978 im Monatsschnitt 3,1 kg verbraucht; 2018 seien es hingegen knapp 900 g gewesen.

Der Verbrauch von Rindfleisch habe sich bei diesem Vergleich von einst 1,5 kg auf 600 g im Monat verringert, der von Geflügel von 1,3 kg auf gut 800 g. Die Statistiker hoben allerdings hervor, dass sich auch die Größe eines Haushalts innerhalb dieser 40 Jahre verkleinert habe. So hätten 1978 noch durchschnittlich 2,5 Personen in einem Haushalt gelebt, während es 2018 im Mittel nur noch zwei Personen gewesen seien.

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