Sonntag, 28. Februar 2021
24.02.2012 18:20
Zürich

Mogelpackung: Zürcher Schlachthof manipuliert bei Fleischlabel

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Von: Reto Blunier

In der Fleischbranche kam es erneut zu einer Manipulation. Im Schlachthof Zürich haben Mitarbeiter, ein Viehhändler sowie ein Bauer mittels Begleitdokument konventionelle Tiere zu QM-Tieren gemacht. Betroffen sind kleinere Läden, Gastrobetriebe und Metzgereien.

Das Programm QM (Qualitätsmanagement) ist ein Programm des Bauernverbandes, welches als Basis für das Label „Suisse Garantie“ dient. Gemäss der Freitagsausgabe des „Blicks“ waren bei der Manipulation im Schlachtbetrieb Zürich AG (SBZ) zwei Mitarbeiter des Unternehmens, ein Viehhändler sowie ein Landwirt involviert.

Die Begleitdokumente wurden gefälscht, damit konventionelle Tiere zu QM-Tieren wurden. Gemäss dem Geschäftsführer von QM Schweizer Fleisch, Daniel Albiez, decke das QM-Programm 95 Prozent der Betriebe ab, die Schlachttiere halten. Mit einer QM-Kuh erhalten man im Vergleich zu einem konventionellen Tier 70 bis 80 Franken mehr, bei einem QM-Schwein verdiene der Mäster rund 8 Franken mehr.

Die beiden involvierten Mitarbeiter wurden entlassen, der Viehhändler erhielt ein temporäres Hausverbot. Aus dem „manipulierten“ Fleisch wurden vor allem Würste produziert. Abnehmer der Waren sind gemäss dem SBZ-Geschäftsführer Rudolf Hofer Metzgereien, Gastrobetriebe und kleinere Lebensmittelläden. Das Ausmass sei jedoch gering. Betroffen seien rund 100 Tiere. „Das sind 0,03 Prozent der Schlachtungen bei uns“, sagt Hofer dem „Blick“. Man werde nun die Kontrollen verschärfen.

Der Direktor der Branchenorganisation Proviande, Heinrich Bucher, spricht von Betrug. Es sei froh, dass die Massnahmen ergriffen worden sind und nichts unter den Tisch gekehrt wurde. Konsumenten müssten sich auf die Deklaration verlassen können.

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