Donnerstag, 26. November 2020
30.06.2020 12:16
Milchmarkt

Ohrfeige für die Hochdorf-Spitze

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Von: awp/blu

Die Aktionäre haben an der Generalversammlung vom Dienstag die Entlastung des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung abgelehnt. Zudem sagten sie Nein zu einer nachträglichen Auszahlung an die Verwaltungsräte für Sonderaufwendungen in der Höhe von 159’010 Franken.

Damit hätten sich die Aktionäre in zwei Punkten gegen die Empfehlungen des Verwaltungsrats gestellt, teilte der Milchverarbeiter in einem Communiqué mit. Weiter wurde der Antrag eines Kleinaktionärs auf Sonderprüfung abgelehnt. Zu diesem Traktandum hatte sich der Verwaltungsrat einer Empfehlung enthalten. Der VR und die Revisionsstelle hatten vor der GV mehrere Fragen des Kleinaktionärs beantwortet.

Wahlen

Bei den Wahlen seien die Aktionäre indes den Vorschlägen des Aufsichtsgremiums gefolgt, hiess es weiter. So wurde Jürg Oleas zum neuen Verwaltungsratspräsidenten gewählt. Ebenfalls zogen Andreas Herzog, Jean-Philippe Rochat und Ralph Siegl neu in das Gremium ein. Wie bereits im Februar angekündigt, hatten die bisherigen VR-Mitglieder Bernhard Merki, Jörg Riboni, Markus Kalberer und Walter Locher nicht mehr zur Wiederwahl zur Verfügung gestanden.

Darüber hinaus genehmigten die Aktionäre den Jahresbericht, die Jahresrechnung sowie die Konzernrechnung 2019 und nahmen den Bericht der Revisionsstelle zur Kenntnis. Ebenso wurde die vom Verwaltungsrat vorgeschlagene Verrechnung des Bilanzverlusts mit den Kapitaleinlagereserven gutgeheissen.

961 Anteilseigner stimmten ab

Trotz des Neins zur Nachzahlung der Sonderaufwendungen nahmen die Aktionäre in der konsultativen Abstimmung Kenntnis vom Vergütungsbericht 2019. Sie genehmigten die vorgeschlagenen Gesamtsummen zur Vergütung des Verwaltungsrates (600’000 Franken) und der Geschäftsleitung (2 Millionen Franken), wie es weiter hiess.

Die GV fand wegen der Coronamassnahmen ohne Aktionäre statt. Auf elektronischem und schriftlichem Weg machten 961 Anteilseigner mit insgesamt 83,73 Prozent des stimmberechtigten Aktienkapitals von ihrem Stimmrecht Gebrauch.

Pharmalys als Grund

Die vergangenen Monate waren für das Innerschweizer Unternehmen nicht einfach. Im März gab Hochdorf die Zahlen aus dem Jahr 2019 bekannt. Diese waren miserabel.

Die Gewinnzahlen waren auf allen Stufen tiefrot: Konkret kommunizierte Hochdorf einen Ebit von -265,3 Mio. Fr. (2018: +18,6 Mio. Fr.) und einen Verlust von 271,4 Mio. Fr. (2018: +8,7 Mio. Fr.). Der Umsatz brach 2019 um 18,6% auf 456,8 Mio. Fr. zusammen. Als Grund für die Krise wurde vor allem die 51-%-Tochter Pharmalys genannt. Die Herstellerin von Babynahrung-Produkten hatte sich deutlich schlechter als erwartet entwickelt. 

Die Beteiligung wurde für 100 Millionen Franken an Minderheitsaktionär Amir Mechria verkauft. Das ist viel weniger, als Hochdorf seinerzeit für die 51%-Beteiligung bezahlt hatte: 245 Millionen Franken, davon rund 114 Millionen in bar und 131 Millionen Franken in Form einer Pflichtwandelanleihe.

Weniger Milch verarbeitet

Zudem verarbeitet Hochdorf im vergangenen Jahr 4.7 Prozent weniger Schweizer Milch. Die Menge sank um 17’400 Tonnen auf 391’409 Tonnen Milch und Molke. Zurückgeführt wurde dies auf die tieferen Milcheinlieferungen in der Schweiz und den schlechteren Milchpreis im Vergleich zur Konkurrenz.

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