Donnerstag, 30. Juni 2022
16.05.2022 16:16
Ackerbau

Raps und Sonnenblumen: Produzenten gesucht

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Von: blu

Beim Rapsöl wird seit einigen Jahren die Nachfrage nicht gedeckt. Und nun erhöht sich dank einem neuen Presswerk auch die Vertragsmenge bei den Sonnenblumen. Um die Anbaubereitschaft sicherzustellen, sollen Produzenten von «interessanten Preise» profitieren, schreibt der Schweizerische Getreideproduzentenverband (SGPV).

Seit mehreren Jahren nimmt die Nachfrage nach Schweizer Rapsöl zu. Dies deshalb, weil Verarbeiter von Palm- auf Rapsöl wechseln. Mit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine ist Sonnenblumenöl auf dem globalen Markt ein gesuchtes Gut. Davon sollen auch Schweizer Bauern profitieren.

Neue Presswerk

Da die Florin AG in Herzogenbuchsee BE ein neues Presswerk gebaut hat, steigen die Verarbeitungskapazitäten in der Schweiz um 50’000 Tonnen Saat pro Jahr. «Die bislang fehlende Kapazität für die Verarbeitung von 106’000 t Raps und einer gleichzeitigen Erhöhung der Sonnenblumenmenge wird damit behoben», schreibt der SGPV. Die neuen Kapazitäten wirken sich auch auf die Schweizer Bauern aus, insbesondere bei den Sonnenblumen.

Für die Saison 2023 haben Verarbeiter eine mögliche Verkaufsmenge beim Raps von 106‘000 t angemeldet. Das ist dieselbe Menge wie 2021 und 2020. Zwar hat die Anbaufläche zugenommen, es besteht aber weiterhin ein Nachfrageüberhang.

Deshalb werden für die Anbausaison 2023 weitere Rapsflächen gesucht. Besehende Bauern können ihre Flächen ausdehnen. Neuproduzenten von Raps können sich direkt auf www.agrosolution.ch registrieren.

Mehr Sonnenblumen

Deutlich erhöht wird für das kommende Jahr die Vertragsmenge bei den Sonnenblumen. 2023 haben die Verarbeiter einen Bedarf von 20‘000 t (davon 13’000 t High-Oleic) verzeichnet, das sind 6’000 t mehr als 2022.

Es sollen zudem Rahmenbedingungen geschaffen werden, um das Potenzial einer weiteren Erhöhung des Inlandsaatenanbaus über die für die Ernte 2023 geplanten Mengen hinaus auszuschöpfen. Deshalb werden für 2023 und die folgenden Jahre mehr Anbauflächen und damit auch neue Produzenten gesucht.

Futtersoja auch gesucht

Weiterhin gefragt ist auch die Soja für den Futtersektor. Die zugeteilte Menge fliesst in diesen Kanal. Insgesamt wurde von den Futtermühlen ein Bedarf von 7000 Tonnen angemeldet, 500 Tonnen weniger als 2022.

Bauern, die Raps, Sonnenblumen oder Soja anbauen möchten, können ihre Flächen bis spätestens am 12. Juni 2022 anmelden. Anschliessend erfolgt die definitive Zuteilung durch den SGPV. Die Zuteilung wird den Produzenten zusammen mit dem Produktepass Anfang Juli per Mail zugestellt. Fragen beantwortet Agrosolution unter der Nummer 031 910 20 90.

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6 Responses

    1. versuche es mal mit einer Untersaat. Seit ich im Raps eine Untersaat mache, muss ich den Rapserdfloh nicht mehr spritzen. Gleichzeitig gibts noch Geld für den Herbizidverzicht.
      Ich versuche auf nächstes Jahr mal Extenso zu machen.
      PS: Ich habe Erträge zwischen 40 und 50kg mit Untersaat erreicht.

  1. Wie wäre es, wenn der Bund gesuchte Produkte fördert. Warum wichtige PSM-Wirkstoffe im Raps verbieten (oder nur auf Sonderbewilligung) gemäss neuer DZV.

  2. Wir brauchen anständige Produzentenpreise. Alles ist gesucht und niemand will anständige Preise bezahlen! Was soll das? Der Weizenpreis muss auf 110.-/dt angehoben werden, damit wir Preise wie vor 30 Jahre haben! Der Rapspreis muss auf 160.-/dt erhöht werden, dann wird Raps angebaut. Zuckerrüben würden sich auch lohnen wäre der Preis bei 15.-/dt oder einen Urdinkelpreis von 160.-/dt wäre auch nötig um mehr zu erhalten. Alles Preise die keinen Einfluss auf den Konsumenten hätten!

  3. Liebe Ackerbauern, baut nur Raps an wenn der Preis stimmt!
    Und denkt daran, dass der Diesel 1 Fr mehr kostet, als vor einem Jahr, und an den Düngerpreisaufschlag!!!

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