Montag, 28. November 2022
20.09.2022 10:42
Energie

Schweiz zahlt für Gas sechsmal mehr

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: awp

Die drohende Gasknappheit im Zuge des Kriegs in der Ukraine kommt auch die Schweiz teuer zu stehen. Die Importausgaben für den fossilen Rohstoff haben sich drastisch erhöht, während die Importmenge trotz der stark gestiegenen Preise stabil geblieben ist.

Die Schweiz hat im laufenden Jahr bis Ende August bereits über 4,4 Milliarden Franken für Erdgasimporte ausgegeben – so viel wie noch nie zuvor.

3 Milliarden statt 440 Millionen

Im Vergleich zum selben Zeitraum in den letzten zehn Jahren haben sich die Ausgaben damit in etwa versechsfacht – und das, obwohl sogar minimal weniger Gas eingekauft wurde als in den Vorjahren. Dies zeigt eine Analyse der Nachrichtenagentur AWP basierend auf den am Dienstag veröffentlichten Aussenhandelsdaten vom Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG).

Allein für Gas aus Deutschland – der mit Abstand wichtigste Handelspartner – zahlte die Schweiz über 3 Milliarden Franken. 2021 zahlte die Schweiz für eine vergleichbare Menge Gas aus Deutschland nur rund 440 Millionen Franken, 2020 waren es gar nur knapp 290 Millionen Franken.

Indirekte Abhängigkeit von Russland

Der zweitwichtigste Gaslieferant neben Deutschland ist Frankreich. Auch dort haben sich die bisherigen Ausgaben 2022 mit rund 900 Millionen Franken im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht. Für Gas aus Italien hat die Schweizer Gaswirtschaft bis Ende August etwas mehr als 230 Millionen Franken ausgegeben.

Da die Schweiz kein Erdgas fördert und keine kommerziell betriebenen Gasspeicher hat, ist sie von den Reserven anderer Länder abhängig. In Deutschland stehen die grössten Speicher. Das Land bezieht den Grossteil ihrer Gasreserven aus Russland, auch wenn dieser Anteil seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine gezwungenermassen deutlich zurückgegangen ist.

Obwohl die Schweiz keine direkten Lieferbeziehungen zu Russland hat, war es daher bisher mehrheitlich russisches Gas, dass via Nachbarländer importiert wurde. Im Jahr 2021 betrug der russische Anteil am Gasimportmix laut dem Verband der Schweizerischen Gasindustrie (VSG) 43 Prozent.

Energieimporte werden teurer

In den vergangenen Jahren machten die Gaseinkäufe noch jeweils weniger als 1 Prozent der gesamten Schweizer Importe aus. In den ersten acht Monaten 2022 schwoll der Anteil wegen der Preisexplosion auf 3 Prozent an.

Da im Zuge der Energiekrise auch die Preise für Strom und Erdöl massiv gestiegen sind, flossen von Januar bis August mit über 14 Milliarden Franken bislang über 9 Prozent aller Schweizer Importausgaben in Energieträger. Dieser Wert hat sich im Vergleich zur selben Periode im Vorjahr fast verdreifacht.

Die Schweiz hat einen im Vergleich eher geringen Gasverbrauch. Vom hiesigen Energiebedarf macht der Rohstoff rund 15 Prozent aus. Erdgas wird hierzulande vor allem zum Heizen und in der Industrie gebraucht. Grosse Gaskraftwerke zur Stromproduktion gibt es keine.

Mehr zum Thema
Markt & Preise

Kanadische Weizenfelder werden oft mit Mähdreschern geerntet, die versetzt hintereinander fahren.zvg Jeden Herbst arbeiten die Landwirte gegen die Uhr, um ihre Weizenernte einzufahren. Es ist dann Aufgabe der technischen Mitarbeiter…

Markt & Preise

Suisseporcs will eine dramatische Situation bei den Schlachtschweinen verhindern.zvg Die zunehmenden Überhänge an Schlachtschweinen, die steigende Schlachtgewichte sowie die schlechten Aussichten haben das Führungsgremium von Suisseporcs bewogen, befristete Massnahmen zu…

Markt & Preise

Gemeinsam bringen Nestlé und Coop die vegane Stopfleber ins Regal.Coop Ob veganer Burger oder Bratwurst: Pflanzenbasierte Alternativen gibt es für immer mehr klassische Fleischprodukte. Mit einem veganen «Foie Gras» bringen…

Markt & Preise

Wegen der Vogelgrippe sowie steigender Produktionskosten gehen in Grossbritannien die Eier aus. Jonas Ingold Britische Supermärkte rationieren den Verkauf von Eiern: Der Detailhandelsriese Tesco erlaubt nur noch drei Packungen je Kunde.…

2 Responses

  1. Deutschland bezog den Grossteil ihrer Gasreserven aus Russland.
    Dank den Sanktionen (Deutschland, EU Schweiz) kommt jetzt kein Gas mehr aus Russland.
    Die Verbraucher dürfen nun 6 Mal mehr für das Gas bezahlen. Bedankt euch bei den Regierungen !

  2. Unglaublich. Grund: falsche Informationen, Moralismus, dumme Ideologie.
    Aber die Schuldigen fühlen sich nicht schuldig, denn sie handeln alle politisch korrekt und können ihre Fehler auf Putin schieben.

     

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE