Freitag, 26. Februar 2021
27.08.2012 18:23
Soja

Tiefere Ernteprognosen und Spekulationen führen zu Rekord-Sojapreis

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Von: sda/dpa/afp

Spekulationen auf schlechte Ernteaussichten in den USA haben den Preis für Sojabohnen auf ein Rekordhoch getrieben. Der Future-Preis für einen Scheffel (rund 27 Kilo) mit Auslieferung im November erreichte am Montag den Rekordwert von 17,60 US-Dollar.

In den Anbaugebieten der USA, dem weltgrössten Produzenten von Sojabohnen, beeinträchtigt eine starke Dürre die Erträge.

Jüngste Niederschläge brachten keine Linderung

Wetten auf steigende Preise an den Rohstoffmärkten haben deshalb deutlich zugenommen. Nach Aussagen von Experten der deutschen Commerzbank erreichte die Spekulation auf weiter steigende Preise beim Soja letzte Woche mit knapp 233’000 Kontrakten den höchsten Stand seit Anfang Mai.

Seit Beginn der Vorwoche sei der Sojapreis um mehr als sechs Prozent gestiegen, hiess es weiter. Offenbar hätten die jüngsten Niederschläge in den Anbaugebieten im Mittleren Westen die Aussichten für die Ernte kaum verbessert. Nach Angaben des US-Wetterdienstes regnete es in den wichtigen Anbaugebieten in den vergangenen 60 Tagen nur etwa die Hälfte der normalen Menge.

FAO rechnet mit hohen Lebensmittelpreisen

Die allgemeinen Lebensmittelpreise werden nach Einschätzung der UNO-Welternährungsorganisation FAO in den nächsten zehn Jahren hoch bleiben und grossen Schwankungen ausgesetzt sein. FAO Generaldirektor José Graziano da Silva empfahl den Staaten daher, nationale Reserven für Grundnahrungsmittel anzulegen.

«Um die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten und sich Preiserhöhungen entgegenzustellen, sollte jedes Land eine Reserve haben, die den Bedarf von zwischen einer Woche und einem Monat abdeckt», sagte der FAO-Chef im Gespräch mit der französischen Zeitung «Le Monde» gemäss der Ausgabe vom Dienstag.

Trotz der schwierigen Situation hob Graziano da Silva hervor, dass die Lage «völlig anders» als in den Jahren 2007 und 2008 sei, als es wegen der steigenden Lebensmittelpreise in mehreren Ländern zu Hungerrevolten gekommen war.

Reispreis stabil

Dabei verwies Graziano da Silva unter anderem darauf, dass der Preis beim Reis stabil sei. Auch sei die Zusammenarbeit zwischen den Ländern besser. Er sprach sich angesichts der schlimmen Dürre in den USA ausserdem erneut dafür aus, die Produktion von Biosprit aus Mais auszusetzen.

Wegen der Dürre – nach Angaben der US-Regierung die schlimmste seit Jahrzehnten – ist der Preis für Mais seit Anfang Juni um 40 Prozent gestiegen. Die Ernte dürfte nach Einschätzung der US-Regierung dieses Jahr auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren fallen.

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