Mittwoch, 27. Januar 2021
28.11.2020 06:01
Zuckerrüben

Zu wenig Rüben – 100’000 t Zucker-Import

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Von: lid

Die Schweizer Zucker AG (SZU) rechnet dieses Jahr damit, rund 220’000 Tonnen Zucker zu produzieren. Etwa 90 Prozent davon aus Schweizer Rüben. Das reicht nicht, um die Nachfrage zu decken.

Der Gesamtbedarf der Schweiz dürfte wegen Covid-19 auf etwa 300’000 Tonnen sinken, sagt Guido Stäger, CEO der Schweizer Zucker AG, gegenüber dem LID.

Selbstversorgungsgrad von noch 60 Prozent

«Der Selbstversorgungsgrad mit Schweizer Zucker sinkt also gegen 60 Prozent, es müssen über 100’000 Tonnen EU-Zucker importiert werden», sagt Stäger.

Ein Grund für den sinkenden Selbstversorgungsgrad ist die durch Blattläuse verbreitete Viröse Vergilbung, die in den westlichen Anbaugebieten grosse Ertragsausfälle mit sich bringt. Und die kleineren Rüben sorgen auch bei der Verarbeitung für Probleme: Wegen angepassten Rollenabständen der Reinigungsanlagen bei Ernte- und Verlademaschinen landen mehr Steine in der Fabrik. Dort werden die Schneidemaschinen durch die Steine beschädigt. «Wir müssen aber das beste aus der Situation machen, denn wir brauchen den Zucker», sagt Stäger.

Bauern überzeugen

Er will viele Pflanzerinnen und Pflanzer davon überzeugen, nächstes Jahr Rüben anzubauen: «Wir werden in den nächsten Wochen intensiv mit den Pflanzern kommunizieren, um ihnen die Chancen des Ansatzes neuer Wirkstoffe und dem Blattlausmonitoring zu erklären. Damit hoffen wir, viele von ihnen zu überzeugen, auch 2021 wieder Rüben anzubauen. Die Kunden wollen Schweizer Zucker und die Preise sind unterdessen auch deutlich besser.»

15 Responses

  1. Es ist ganz einfach….sie mussen nur den Preis für die Zuckerrüben anheben. Dem sagt man Angebot und Nachfrage =Markt, das gibt es leider in der Schweiz nicht.

    1. Angebot und Nachfrage kann nur bei offenen Grenzen ohne Grenzabgabe spielen.
      Vor der Globalisierung und als Zucker noch ein Luxusprodukt war, war die CH-Produktion absolut sinnvoll.
      Die Zeiten ändern sich: fertig mit Grenzschutz und hohlen Diskussionen über Selbstversorgungsgrad!!

      Bitte keine Weltuntergansstimmung sondern Chancen für Veränderung und mehr Ökologie nutzen!!

      1. Die Frage ist nur, ob Globalisierung für alle Produkte so sinnvoll ist. Und hinter ‚mehr Ökologie‘ würde ich, in diesem Zusammenhang, ebenfalls ein sehr grosses Fragezeichen setzen!

      2. Hohle Diskussionen über Selbstversorgungsgrad….? Ihre Kommentare sind befremdend und Schikane gegenüber unseren Landwirten/innen.
        Globalisierung hat im Übrigen nichts mit Ökologie zu tun sondern viel mehr mit: wie werden die Reichen noch reicher…

      3. Ihrer Logik folgend würde das heissen, dass man die Schweiz abschaffen kann. Sämtliche Konsumgüter und Dienstleistungen werden im Ausland billiger bereitgestellt. Eine regelfreie Wirtschaft funktioniert nicht. Oder wollen wir Dienstleistungen und Güter konsumieren die keinerlei Sozial und Umweltstandards haben ? Wenn ja, sind soziale Unruhen so gut wie sicher. Das kann nicht in unserem Interesse sein

  2. Peter Wepfer, Oberstammheim
    Ja, es wäre einfach die Rübenproduzenten bei der Stange zu halten: Einfach die unsinnige Rübenpreisreduktion für 2021 rückgängig machen. SVZ und SZU haben es vorgezogen die Ostschweizer Pflanzer, die Rüben mit viel Zucker produzieren abzustrafen und zu verärgern! Fazit: Ohne Anhebung des Rübenpreises mindestens auf die Basis von 2020 – kein Vertrag für 2021!

      1. Es ist eine Binsenwahrheit, dass es bei jedem Preis (gleich ob Marktpreis oder administriertem Preis) Gewinner und Verlierer gibt. Rationell Produzierende machen einen Gewinn und die Unproduktiven machen einen Verlust und verschwinden früher oder später. Dies gilt bei Lebensmitteln und allen andern Gütern und Dienstleistungen.
        Aus diesem Grund sind auch Bührer, Hürlimann Wil, Vevey usw. verschwunden. Dies, weil wir Bauern die Gesetze des Marktes sehr gut kennen…..

        1. Im Falle der ZR sind die Rationellen auch auf die Mengen der weniger rationell Produzierenden angewiesen. Ohne genügende Auslastung machen die Fabriken dicht und die Rationellen haben für ihre rationellen ZR keine Abnehmer mehr.
          Überlebenswichtige Güter brauchen Schutz und dürfen nicht nur aufgrund von „Marktmechanismen“ produziert werden.

  3. Es gibt nur eine Lösung um den Anbau zu erhalten,den Preis der Zuckerrüben um 30-50% erhöhen ebenso den Zuckerpreis ab Fabrik.Wer Swissness will braucht Schweizerzucker entweder oder.Ich habe die Nase voll, uns mit der Ueberzeugungsarbeit der Zuckerindustrie für diesen Anbau überzeugen zu lassen ,und die Grossverteiler verkauften den Zucker letzthin für 50-70 Rp. pro Kilo.
    Momentan keine Verträge unterschreiben und auf bessere Bedingungen warten, Punkt.

    1. Sehe ich genau so. Aber auch durchziehen. Das habe ich in meinem Leserbrief vom Herbst 2020 schon gefordert. SVZ und SZU handeln nicht im Sinne der Rübenpflanzer, noch schlimmer, sie sind auf Schleuderkurs und widersprechen sich laufend. Zuerst verlangen sie die Notzulassung von Gaucho, und Wochen später wollen sie die Pflanzer mit ein bisschen zusätzlichem Geld bestechen IPS Rüben ohne Fungizide und Insektizide anzubauen. Das wird nie funktionieren. Jeder, der rechnen kann, macht keine IPS Rübe

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