Mittwoch, 27. Januar 2021
30.11.2020 11:52
Silage

Abbaubare Folien für Silage

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Von: mgt

Unter welchen Umständen sich konventionelle Silagefolien durch ökologisch nachhaltige Folien aus Biopolymeren ersetzen lassen, untersucht jetzt die Hochschule Hof in einer Machbarkeitsstudie.

«Unser Ziel ist es, dass die Folien in der Zukunft zu 100%aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen werden. Wir möchten sie also vom Wegwerfartikel zu einem Produkt weiterentwickeln, das kompostierbar oder recyclebar und damit perfekt in den landwirtschaftlichen Produktionskreislauf integrierbar ist», erklärt Isabell Kleiber vom Institut für angewandte Biopolymerforschung (ibp).

Bisher oft Einwegartikel

Durch den steigenden Bedarf an Futtermitteln hat sich die Silageproduktion in den letzten Jahrzehnten deutlich erhöht. «Als Konsequenz werden auch immer mehr Folien benötigt. Diese werden bislang konventionell produziert und basieren daher in der Regel auf Erdöl. Im Boden hinterlassen sie deshalb auch nachweisbares Mikroplastik. Zudem – und das ist besonders bedauerlich – sind es bislang leider reine Einwegartikel und damit schlecht für die Ökobilanz», erklärt Isabell Kleiber. Die 24-jährige ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für angewandte Biopolymerforschung (ibp) der Hochschule Hof. Dort betreut sie das Forschungsprojekt «Agri-Stretch».

«Unser Ziel ist es, dass die Folien in der Zukunft zu 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen werden. Wir möchten sie also vom Wegwerfartikel zu einem Produkt weiterentwickeln, das kompostierbar oder recycelbar ist und damit perfekt in den landwirtschaftlichen Produktionskreislauf integrierbar ist», so Kleiber.

2022 ein Nachfolgeprojekt

«Unsere Aufgabe liegt darin, dass die ökologische Folie sogar bessere Eigenschaften haben muss als die konventionelle Folie – denn letztlich wird sie auch etwas mehr kosten», erläutert Isabell Kleiber. Biokunststoffe kosten bislang  4 bis 6 Euro mehr pro Kilo. Dies schlägt sich im Meterpreis für die fertige Folie aus.

Hauptanforderungen an die neue Folie sind der Wissenschaftlerin zufolge eine 400-prozentige Bruchdehnung, eine hohe UV-Beständigkeit sowie die Undurchlässigkeit gegenüber Wasser und Sauerstoff. Aufgrund des höheren Preises müsse die ökologische Folie gegenüber der konventionellen zudem bessere Eigenschaften aufweisen.

Bislang werde davon ausgegangen, dass die Vereinbarkeit von Ökologie und der notwendigen Funktion am besten über eine dreilagige Folie erreicht werden könne, wobei jede Lage eine andere Anforderung abdecke. Wenn dieses Ziel erreicht wird, soll laut Kleiber 2022 ein Nachfolgeprojekt mit einem Industriepartner gestartet werden, um die technische Umsetzbarkeit im Detail zu prüfen.

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