Mittwoch, 3. März 2021
06.05.2017 06:02
Feldtage

14 Hektaren für Feldtage

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Von: Susanne Meier

Auf dem 14 Hektar grossen Gelände der Agroline-Feldtage wurden im April die Kartoffeln gepflanzt. Der Mais ist aufgelaufen, Raps und Getreide stehen gut da. Beim Weizen läuft ein Versuch mit einem neuen Beizmittel.

In einem Monat, am 7. Juni, beginnen in Kölliken AG die Agroline-Feldtage. «Jetzt sind alle acht Kulturen – Getreide, Raps, Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln, Sonnenblumen, Eiweisserbsen und Kunstwiesen – im Boden», zieht Hans Hirschi, Verantwortlicher für die Feldtage bei der Agroline, eine Zwischenbilanz.

«Am 13. April haben wir die letzten Kartoffeln gepflanzt.» Der Termin sei nicht absichtlich so spät gewählt worden, erklärt er: «Wir mussten auf das Pflanzgut der Sorte Lady Anna warten.» Lady Anna ist eine Sorte, auf die die Branche grosse Hoffnungen setzt. Sie könnte dereinst Agria ablösen. Hirschi nennt die Gründe: «Sie überzeugt durch gute Backeigenschaften, eine hohe Ausbeute dank idealer Knollenform und gute Lagereigenschaften.»

Mais wird sich erholen

Lady Anna und die anderen 23 Kartoffelsorten im Sortengarten der Agroline-Feldtage sind unter dem Vlies am Auflaufen. Und auch der Mais, der am 8. April gesät wurde, hat gekeimt. «Allerdings ist er derzeit gelb, die Kälte hat ihm zu schaffen gemacht», bedauert Hirschi, «das ist aber kein bleibender Schaden, er wird sich wieder erholen, wenn es wärmer wird.»

Schon heute fallen bei den Maisversuchen die Twin-Row-Doppelreihen des Anbautechnikversuchs auf. Durch dieses Saatverfahren soll der Einzelpflanzen-Standraum optimiert werden. Wenn die Pflanze mehr Platz hat, erhöht das den Kolbenertrag – so die Erwartung, die sich dann im Herbst bei den Auswertungen bestätigen soll. Ein weiterer Teil der Maisfläche wurde im Strip-Till- und Frässaat-Verfahren in stehende Zottelwicke gesät. Von diesem Versuch erhofft sich Hirschi eine Einsparung von Stickstoffdünger, weil die Zottelwicke  als Leguminose Luftstickstoff fixiert.

54 Getreidesorten

Schön präsentieren sich das Getreide und der Raps. Diese beiden Kulturen haben auf den ersten Blick unter der Kälte am wenigsten gelitten, obschon es bei einigen Getreidesorten wie Arnold zu Blattspitzenverfärbungen kam. Hirschi ist aber dennoch skeptisch: «Inwiefern die Kälte gerade bei der Gerste, bei der nun die Grannenspitzen sichtbar sind, zu Ertragseinbussen geführt hat, ist noch offen.»

Insgesamt wurden in Kölliken 54 Getreidesorten gesät – alle in einer intensiven und einer extensiven Variante. «Lange hat man gemeint, dass Extenso heuer der Renner wird», blickt der Agroline-Profi auf den warmen, trockenen Frühlingsbeginn zurück, bei dem die Krankheiten kaum eine Rolle spielten. «Nun ist der eine oder andere vermutlich froh, dass er im Getreide eine intensive Strategie fährt.»

Fünf neue Rapszüchtungen

Gespannt ist Hirschi auf die Resultate eines neuartigen Beizmittelversuchs. «Es kommt eine neue Generation von Beizmitteln auf den Markt, die nebst der fungiziden Wirkung auch das Wachstum der Wurzeln anregt. Sie haben zu einem rascheren Auflaufen geführt – ob die beschleunigte Jugendentwicklung den Ertrag beeinflusst, wird sich zeigen.»

Einen Monat vor den Feldtagen ist der Raps am Abblühen. Auf engstem Raum werden zwölf Rapssorten, drei verschiedene Düngungsverfahren inklusive einer Hofdüngervariante, Untersaatversuche, Anbautechnikversuche und ein Fungizidversuch mit einer Extensivvariante gezeigt. «Allerdings war der Glanzkäferdruck dieses Jahr so gering, dass ich zwischen der intensiven und der extensiven Variante geringe Unterschiede erwarte», meint Hirschi. Unterschiede erhofft er sich hingegen beim Abschneiden der neuen Rapssorten im Versuch: Leopard, Kicker, Astronom, RGT Trezzor und DK Exlibris.

Begehbares Bodenprofil

Nebst den Ackerkulturen und den Kunstwiesen dürfte auch das begehbare, 1,5 m tiefe Bodenprofil an den Agroline-Feldtagen auf Interesse stossen. Gezeigt werden in Wintergerste verschiedene Verdichtungshorizonte. Diese wurden herbeigeführt, indem die Parzelle mit einem Güllefass mit Schleppschlauchverteiler mit und ohne Luftdruckabsenkung in den Pneus gegüllt wurde. 

Die Landtechnik wird an den Agroline-Feldtagen ebenfalls vertreten sein. Stichworte sind dabei Crop-Sensor-Messungen, Einzeldüsenabschaltung und ganz allgemein Smart Farming.

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