19.05.2017 08:03
Quelle: schweizerbauer.ch - ber
Bern
Angepasste Agria Ernte 2017
Um die Nachfrage der kartoffelverarbeitenden Industrie nach einheimischem Rohstoff der Sorte Agria besser decken zu können, haben sich Vertreter von Industrie und Produktion darauf geeinigt, die Übernahmebedingungen für 2017 in verschiedenen Punkten anzupassen. Diese Änderungen gelten versuchsweise für ein Jahr und ausschliesslich für Agria Veredelungskartoffeln.

Die Kartoffelsorte Agria ist seit 1988 auf der Schweizerischen Kartoffel Sortenliste eingetragen. Weil diese Sorte besonders grosse Kartoffeln mit einer ebenso besonders gelben Fleischfarbe hervorbringt, sind sie vor allem in der Frites-Produktion beliebt, schreibt swisspatat in einer Medienmitteilung.

Gewisse Risiken beim Anbau

In Jahren mit schwierigen Witterungsverhältnissen ist der Anbau der Sorte Agria aus Produzentensicht mit gewissen Risiken verbunden. In solchen Jahren leidet nebst den Schlagschäden und Schorf auch die Backfarbe. Was insbesondere von der Industrie zu vermehrten Retouren führt.

Gemainsam nach Lösung suchen

Vertreter von Produktion und Industrie haben sich nun im Rahmen der Arbeitsgruppe Markt von swisspatat getroffen und über die Problematik diskutiert. Man einigte sich darauf, die Übernahmebedingungen für Veredelungsware der Sorte Agria für 2017 so anzupassen, dass möglichst viel Rohstoff verwertet werden kann. Dies soll dem einheimischen Agria-Anbau wieder zu mehr Attraktivität verhelfen.

Beschlossene Änderungen:

Mängelhalbierung

Bei Kaliber 60+ gilt für Grüne, Schlagschäden, Dry-Core und Drahtwurm die Mängelhalbierung.

Backtest

Für Agria gilt neu eine Mindest-Backnote von 0,8,2,0.

Schorf

Bei der Sofortverarbeitung werden Flach- und Netzschorf sowie Pulver-, Buckel- und Tiefschorf (§114/5) bis zu einem Anteil 25% nicht abgezogen; das heisst, die Annahmeverweigerung für §114/5 liegt bei mehr als 25%. Diese Regelung hat keinen Einfluss auf die Gesamttoleranz. Bei der Lagerware (Übernahme ab dem 1. September) wurde bezüglich Schorf (HUS §114/5) die Annahmeverweigerung von 7% auf 12% erhöht.

Die Anpassung erfolgt versuchsweise für ein Jahr. Nach Abschluss der Einlagerungskampagne wird die Situation erneut beurteilt und es werden, wenn nötig, Anpassungen vorgenommen.

Parallel dazu arbeitet die Branchenorganisation swisspatat im Rahmen der Sortenprüfung mit Hochdruck daran, eine Ersatzsorte für Agria zu finden, die sowohl die Anforderungen an die Verarbeitung und als auch die Ansprüche der Produktion erfüllt.


 

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