23.05.2018 12:15
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Basel-Land
Arsen auf 26 ha Landwirtschaftsland
In Böden der Gemeinde Liesberg BL sind erhöhte Arsenwerte festgestellt worden. Die Behörden empfehlen, in den betroffenen Gebieten auf Gemüseanbau in privaten Gärten zu verzichten. Bauern wird empfohlen, die Weiden frühzeitig zu wechseln. Weitere Untersuchungen folgen.

Das Arsen ist natürlicherweise in den Böden im Gebiet Liesberg Dorf angereichert, wie die Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion am Mittwoch mitteilte. Es sei davon auszugehen, dass das Arsen während des Bodenbildungsprozess vor tausenden von Jahren aus dem Ausgangsgestein in den Boden gelangt war. Es wird nicht ausgewaschen.

Auffällig hoch

Die gemessenen Gehalte an Arsen seien teilweise auffällig hoch. Der höchste Gehalt liegt gemäss Mitteilung mit 560 Milligramm Arsen pro Kilogramm Boden rund 25 Mal über dem Gehalt an Arsen eine durchschnittlichen Baselbieter Bodens. Die am stärksten betroffenen Böden liegen zwischen den Fluren «Vorem Stei» bis «Hinterbiel» sowie im nordwestlichen Teil des Dorfes.

Nachgewiesen wurden erhöhte Werte auf insgesamt rund 26 Hektaren Landwirtschaftsland und 8 Hektaren Siedlungsfläche - darunter auch in Gartenböden. Untersuchtes Gemüse zeigte Gehalte, die über den Durchschnittsgehalten von vergleichbarem Gemüse liegt. Die Behörden empfehlen, auf jenen Böden ganz auf Gemüseanbau zu verzichten oder beim Verzehr von angebautem Gemüse zurückhaltend zu sein. Im Weiteren bestehe für spielende Kleinkinder auf den belasteten Böden eine Gefährdung durch die direkte Bodenaufnahme. Bis vierjährige Kleinkinder sollten daher gemäss Mitteilung nur auf Böden mit vollständiger Pflanzenbedeckung spielen. Empfohlen wird das Spielen in Sandkästen.

Frühzeitiger Wechsel der Weide

Keine Einschränkungen gibt es derzeit bei der landwirtschaftlichen Nutzung für den Futterbau. Die untersuchten Futterpflanzen haben Gehalte unter den gesetzlichen Höchstgehalten für Arsen aufgewiesen, wie es weiter hiess. Damit Tiere möglichst keine Bodenpartikel aufnehmen, empfehlen die Behörden indes Massnahmen wie eine erhöhte Schnitthöhe und einen frühzeitiger Wechsel der Weide. Im laufenden Jahr untersucht werden sollen auf Landwirtschaftsflächen angebautes Getreide und Gemüse.

Spuren von Arsen sind auch im Trinkwasser nachgewiesen worden. Die Gehalten lägen indes alle deutlich unter den zulässigen Höchstwerten der Trinkwasserverordnung, heisst es dazu. Das Trinkwasser könne daher bedenkenlos konsumiert werden. Im Kanton Basel-Landschaft gibt es in verschiedenen Gebieten natürlich belastete Böden. In Böden der Gemeinden Blauen und Nenzlingen wurde etwa Cadmium über dem Toleranzwert nachgewiesen. Stark mit Arsen und Thallium belastet ist das Gebiet Erzmatt in Buus, weshalb 2015 Weideland geschlossen wurde.

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