24.06.2014 15:48
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Biolandbau
Artenvielfalt auf Bio-Bauernhöfen nur leicht grösser
Auf Bio-Landwirtschaftsbetrieben ist die Artenvielfalt nur leicht grösser als auf konventionellen Bauernhöfen. Entscheidend für die Biodiversität ist vielmehr die Vielfalt an Lebensräumen, wie ein europäisches Forschungsteam unter Leitung der Eidg. Forschungsanstalt Agroscope herausgefunden hat.

Während auf Bio-Äckern deutlich mehr Arten gefunden wurden als auf Nicht-Bio-Äckern, war dieser Unterschied in Wiesen oder in Rebkulturen nicht vorhanden. Die vier Artengruppen Pflanzen, Regenwürmer, Spinnen und Bienen, die stellvertretend für die riesige Vielfalt an Lebewesen untersucht wurden, profitierten in unterschiedlichem Mass vom Biolandbau, heisst es im Communiqué von Agroscope. Auf Bio-Flächen wurden mehr verschiedene Pflanzen- und Bienenarten gefunden als auf nicht-Bio-Flächen, jedoch nicht mehr Spinnen- und Regenwurmarten. Wurden Randflächen wie Hecken oder Feldrändern in den Vergleich miteinbezogen, so verringerten sich die Unterschiede aber, heisst es weiter.

Vielfalt an Lebensräumen entscheidend

«Offenbar kommen die Arten aus den Bio-Äckern in den übrigen Betrieben einfach in den Randbereichen vor, und die gesamte Artenzahl verändert sich deshalb kaum», wird Manuel Schneider von Agroscope zitiert. Auch seltene oder gefährdete Arten kamen auf Bio-Betrieben nicht häufiger vor.

„Erstaunlicherweise fanden wir auf den Bio-Betrieben nicht mehr Lebensräume als auf den übrigen Betrieben. Es zeigte sich aber sehr deutlich, dass die Vielfalt an Lebensräumen entscheidend für die Artenvielfalt ist“, bilanzieren die Agroscope-Forscher Felix Herzog und Schneider Sie folgern: „Wenn sich diese zusätzlichen Lebensräume vom Rest der Betriebsfläche unterscheiden, zum Beispiel Hecken in Graslandbetrieben oder Krautstreifen in Ackerbaubetrieben, erhöhen sie die gesamte Artenzahl des Betriebes stark.“

Schweizer Programme als Vorbild

Genau in die richtige Richtung zielen gemäss den Agroscope-Forschern Schneider und Herzog die Programme von BioSuisse und IP Suisse zur Förderung der Lebensraum-Vielfalt. Diese könnten ein Vorbild sein für die Anpassung der Vorschriften auf europäischer Ebene, schreibt Agroscope.

Für die Studie waren in der Schweiz sowie in neun weiteren europäischen und zwei afrikanischen Regionen jeweils 12 bis 20 Landwirtschaftsbetriebe untersucht worden. Ziel des Forschungsprojekts namens BioBio war es, eine Methode zu entwickeln, mit der die Biodiversität auf Landwirtschaftsbetrieben bestimmt werden kann.

Die Resultate wurden in der Fachzeitschrift «Nature Communications» veröffentlicht.

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