8.08.2015 06:29
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Dünger
Aus Klärschlammasche wird Dünger
Der Bund will eine Recyclingpflicht für Phosphor (P) einführen. Damit liesse sich ein Grossteil der P-Importe ersetzen. Viel P ist in Klärschlammasche enthalten. Diese soll nun zu neuen Düngern verarbeitet werden.

Asche, egal ob aus der Verbrennung von Holz oder von Klärschlamm, wird heute entsorgt. Dabei enthält sie eine Vielzahl von Pflanzennährstoffen. Nicht umsonst wurde Klärschlamm lange Zeit auf den Äckern ausgebracht.

Sinnvoller Einsatz

Nun möchte das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) diese Nährstoffe – zum Beispiel Phosphor (P) aus Klärschlammasche, Kalium aus Holzasche oder Nitrat aus dem Abwasser – wieder nutzen. «Wir arbeiten daran, bis 2018 eine neue Düngerkategorie ‹Mineralische Recyclingdünger› zu schaffen», bestätigt Andrea Ulrich vom BLW.

«Voraussetzung für den Einsatz von Nährstoffen aus Holz- oder Klärschlammasche ist, dass sie so weiterverarbeitet werden, dass sie agronomisch sinnvoll eingesetzt werden können  und  dass die Schadstoffe auf einem akzeptablen Niveau gehalten werden.»

Recyclingpflicht kommt

Laut dem BLW existieren die technischen Verfahren zum Phosphorrecycling bereits. Und auf Gesetzesebene steigt der Druck, sie einzusetzen. Das Bundesamt für Umwelt sieht eine Recyclingpflicht von nährstoffreichen Abfällen vor. Dazu zählen Abwässer, Klärschlamm oder Tier- und Knochenmehl. In diesen Abfällen steckt viel Potenzial. «Berechnungen zeigen dass die Menge an P in Abfallströmen der Menge an importiertem P in Mineraldüngern entspricht», weiss Ulrich. 

«Mit dem Recycling können wir nicht nur einen Beitrag zur Ressourcenschonung leisten und die Stoffkreisläufe im Inland besser steuern, sondern auch die Abhängigkeit von den globalen Düngermärkten und ihren Preisschwankungen verringern.» 

Eine Frage des Preises

Andreas Fiechter, Leiter Marketing und Verkauf  bei Agroline, begüsst die Bestrebungen des Phosphorrecyclings: «Es ist sinnvoll, die weltweiten Phosphorreserven zu schonen und P, aber auch N und K wieder zu verwerten.» Voraussetzung dafür sei, dass die Nährstoffe bei der Agroline in den Produktionsprozess eingespiesen werden könnten, betont er. 

«Zudem muss der Schwermetallgehalt im erlaubten Rahmen liegen, die Löslichkeit der Recyclingnährstoffe muss gewährleistet sein, und wir müssen sie sinnvoll mit den anderen Rohstoffen kombinieren können.» Schlussendlich, so Fiechter, stelle sich auch die Frage nach dem Preis.

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