23.07.2015 11:38
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Hitze
Bauern müssen mit mehr Hitzewellen rechnen
Der heisse und trockene Juli hat manchen Bauer in Bedrängnis gebracht. Wegen des Klimawandels dürften Hitzewellen künftig aber noch häufiger werden. Die Bauern müssten sich anpassen, folgert die Agrarforschungsanstalt Agroscope.

Die heisse Witterung hat die Böden aufgrund des anhaltenden Mangels an Niederschlägen und der starken Verdunstung der Pflanzen ausgetrocknen lassen. Wo Bewässerung nicht möglich war, sind Ertragsverluste und Futtermangel nicht mehr zu verhindern. Auch ein Abflauen der Hitzewelle wird die Schäden nicht mehr kompensieren.

Zum einen müsse die Bewässerungsinfrastruktur verbessert werden, schreibt die Forschungsanstalt des Bundes in einer Mitteilung vom Donnerstag. Es brauche ausgiebige Wasserreservoire und effiziente Bewässerungsverfahren.

Unabhängiger von Wasser machen

Die Bauern müssten sich andererseits unabhängiger vom Wasser machen: Dazu schlägt die Forschungsanstalt beispielsweise eine schonende Bodenbearbeitung vor. Diese bewirkt, dass weniger Wasser versickert und verdunstet. Zudem sei eine Umstellung auf Kulturen und Sorten mit einem geringeren Wasserbedarf und besserer Hitzetoleranz angezeigt, heisst es weiter. 

Eine weitere Option ist gemäss den Forschern die Vorverschiebung der Wachstums- und Reifeperioden in die kühlere Jahreszeit durch eine frühere Saat oder den Anbau von Winter- statt Sommerkulturen. Eine Verlagerung des Anbaus in Gebiete mit günstigeren Klima- und Bodenverhältnissen sei ebenfalls in Betracht zu ziehen. 

Ein diversifizierter Betrieb mit genügender Lagerhaltung sei von der Hitze und Trockenheit weniger betroffen als ein spezialisierter Betrieb, betonen die Forscher. Um Betrieben, bei welchen Anpassungsmassnahmen nicht möglich sind, eine Alternative anzubieten, werden zur Zeit neue Möglichkeiten der Versicherung von trockenheitsbedingten Einkommensverlusten entwickelt. Diese sollen künftig auch angeboten werden.

2003 Einbussen von 500 Millionen

Auch für die Tiere müssen die Bauern gemäss Agroscope vorsorgen: In Hitzewellen müsse Schatten angeboten werden können. Zudem brauche es genügend Tränkewasser und Berieselungsanlagen zur Kühlung. Allenfalls müssten die Bauern die Weidehaltung sogar in höhere Gebiete verlagern. So könnten Hitzestress und Leistungseinbussen vermieden werden.

Wenn sich die Bauern nicht anpassten, drohten Ernteverluste und Futtermangel, geht aus dem Communiqué hervor. Dies würde auch wirtschaftliche Verluste bringen. Agroscope erinnert an den Hitzesommer 2003. Damals habe die Schweizer Landwirtschaft wirtschaftliche Einbussen von rund 500 Millionen Franken hinnehmen müssen.

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