9.05.2019 11:37
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Frankreich
Bauern wollen Zuckerfabriken retten
Die französischen Rübenproduzenten stemmen sich weiter gegen die geplanten Werksschliessungen bei der Südzucker-Tochter Saint Louis Sucre. Wie der Verband der Zuckerrübenproduzenten (CGB) vergangene Woche berichtete, wird zusammen mit Wirtschaftsjuristen an einem Rettungsplan gearbeitet, der auf einer Kapitalinvestition der Landwirte basiert.

Der Verband will den Plan noch mit allen Beteiligten abstimmen und am 15. Mai in Strassburg dem Management von Südzucker vorstellen. CGB-Präsident Franck Sander erklärte, man sei entschlossen, die Produktion in den Werken von Eppeville und Cagny aufrechtzuerhalten.

Auch wenn Südzucker nicht länger an die Produktion von Zucker in Frankreich glaube, müsse es den Landwirten in den betreffenden Regionen erlaubt werden, sich selbst zu organisieren und den Rübenanbau zu erhalten. Der CGB kündigte an, gemeinsam mit seinen regionalen Verbänden und weiteren Unterstützern diese Woche vor der deutschen Botschaft in Paris zu demonstrieren, um Deutschland und Südzucker zu einer konstruktiven Lösung für die betroffenen Regionen zu bewegen.

Die Rübenbauern in Frankreich geraten durch den Abbau von Produktionskapazitäten zunehmend unter Druck. In der vorvergangenen Woche hatte der Zuckerhersteller Cristal Union bekanntgegeben, die Schliessung von zwei Werken zu prüfen. Mit der Einstellung der Produktion in Frankreichs ältestem Zuckerwerk in Bourdon wäre aufgrund der isolierten Lage im Zentralmassiv wahrscheinlich auch das Ende des dortigen Rübenanbaus verbunden.

Saint Louis Sucre hatte seine Umstrukturierungen bereits im Februar angekündigt. Der größte Zuckerhersteller des Landes, Tereos, will bislang keine Kapazitäten abbauen.

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