Dienstag, 15. Juni 2021
13.05.2021 06:01
Boden

Beitrag für ausreichenden Humusgehalt

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Von: lid

Die im Parlament verabschiedete Parlamentarische Initiative, die unter anderem einen Absenkpfad vorsieht und nun vom Bundesrat zum «Massnahmenplan Sauberes Wasser» ausgearbeitet wurde, wird als Antwort auf die beiden Agrarinitiativen präsentiert. Das Massnahmenpaket verlangt nicht nur die Reduktion von Pflanzenschutzmitteln, sondern auch die Förderung von Humusaufbau im Boden.

Die Gesetzesvorlage zum Bundesratsplan hatte das Parlament in seiner Frühlingssession verabschiedet. Mit dem «Massnahmenplan Sauberes Wasser» hat der Bundesrat Ende April einen Vorschlag präsentiert, wie dies auf Verordnungsstufe umgesetzt werden soll, wobei zunächst die Massnahmen im Landwirtschaftsrecht angegangen werden.

Absenkpfade

Der Massnahmenplan sei breiter, konkreter und gehe sogar über die Initiativen heraus, war der Tenor an der Medienkonferenz in Bern zur Präsentation des Gesetzesvorschlages. Eines der wichtigsten Ziele ist es, mithilfe des Massnahmenplanes die mit dem Pflanzenschutzmitteleinsatz verbundenen Risiken bis 2027 um 50 Prozent zu reduzieren. So sollen künftig nur noch jene Betriebe Direktzahlungen erhalten, die keine Wirkstoffe «mit erhöhtem Risikopotenzial» einsetzen.

Weiter soll unter anderem auch die Nährstoffverluste angegangen werden: Stickstoff- und Phosphor-Verluste sollen bis 2030 um 20 Prozent reduziert werden. Damit setzt der Bundesrat ausserdem ein konkretes Reduktionsziel, dass in der Parlamentarischen Initiative noch nicht vorhanden war. Die umfangreichen Massnahmen hat das Bundesamt für Landwirtschaft nun in mehreren Kurzartikeln zusammengefasst.

Humusaufbau fördern

Für einen gesunden Boden ist ein ausreichender Humusgehalt notwendig. Ein solcher ermöglicht unter anderem die effiziente Nutzung der Nährstoffe. Die landwirtschaftliche Produktion kann zu einer Humusverarmung der Böden führen.

Der neue Beitrag, der im Verordnungspaket zur parlamentarischen Initiative «Das Risiko beim Einsatz von Pestiziden reduzieren» vorgeschlagen wird, soll den Landwirtinnen und Landwirten auf der Grundlage der von ihnen angewandten landwirtschaftlichen Praktiken ausgerichtet werden. Es ist ausserdem ein Beitrag vorgesehen, der in Abhängigkeit von den erzielten Ergebnissen gewährt wird.

Nach vier Jahren Zusatzbeitrag

Die Ergebnisse des Nationalen Forschungsprogramms NFP 68 zeigen, dass in gewissen landwirtschaftlichen Regionen im Boden ein Humusmangel herrscht. Ein ausreichender Humusgehalt erfüllt mehrere wichtige Bodenfunktionen, unter anderem erhöht er die Resilienz der Produktion gegenüber klimatischen Gefahren. Darüber hinaus wird durch den Humusaufbau mehr atmosphärischer Kohlenstoff gebunden und die Auswaschung von Düngemitteln reduziert, was finanzielle Einsparungen für die Landwirtin oder den Landwirt bringt.

Der vorgeschlagene neue Beitrag fördert die vermehrte Anwendung von landwirtschaftlichen Praktiken, die den Humusgehalt im Boden erhöhen. Die Entwicklung des Humusgehalts wird durch eine jährliche Humusbilanz mittels einer bereits online verfügbaren EDV-Anwendung überwacht (www.humusbilanz.ch).

Wenn nach vier Jahren bestimmte Humusaufbauziele erreicht wurden, werden Zusatzbeiträge ausgerichtet. Um die Nutzung der Anwendung zu vereinfachen, den Verwaltungsaufwand zu reduzieren und Doppelerfassungen zu vermeiden, ist geplant, in Zukunft die bereits vorhandenen landwirtschaftlichen Daten zu integrieren.

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16 Responses

  1. Jeder Bauer sagt ja an seiner Sonntagspredigt immer, dass er sehr an gesundem Boden interessiert sei.
    Wenn ihm nun die öffentlich bezahlte Forschung/Beratung hilft, diesen nicht mehr vorhandenen Idealzustand herzustellen ist das super. Lächerlich ist, wenn man dafür Beträge erhalten sollte, dass man mit fremder Hilfe seine Böden – sein Ein und Alles – wieder „repariert“

    1. Obwohl ich mit dem alten Bauer selten einverstanden bin, muss ich sagen, höhrt endlich auf, immer wieder neue Beiträge zu erfinden.
      Man nimmt mir an einem anderen Ort 100 Fr weg, gibt mir 50Fr. wieder, wenn ich neue Auflagen erfülle. Die Restlichen 50 Fr verbraucht man für bürokratische Kontrollen.

  2. @alter Bauer, wir alle wissen, dass die Böden nicht erst seit gestern verarmt sind. Vielleicht müssten sie sich als alter Bauer mal selber an der Nase nehmen und überlegen, was sie der jungen Generation hinterlassen haben. Möchten sie denn, dass wir SIE dafür finanziell zur Verantwortung ziehen?

    1. Obschon ich meine Böden den Nachkommen in bester Qualität übergab, haben Sie „Junge Bäuerin“ mich bekehrt: Der Staat hat mit seiner verfehlten Politik und vor allem mit den DZ die Bauern zum Boden zerstören ermuntert. Nun soll er auch für die Reparatur bezahlen!
      Als erste Massnahme, welche diese Reparatur ermöglicht, müssen Sie und ich bei der TWI JA stimmen!

      1. Nach welchen Kriterien hast du deine Böden beurteilt? Wurde ein objektiver Fachmann beigezogen?
        Wahrscheinlich schreibst du irgendwelchen selbstgefälligen, nicht überprüfbaren Mist.

  3. Die einzige Lösung gegen Humusabbau ist eine gesunde Fruchtfolge… die meisten Bauern machen dies seid Generationen.
    Wichtig ist dass Mist und Gülle, Kompost usw eingesetzt werden..
    Alleine mit Kundtdünger verarmen die Böden.
    Dafür braucht es weder Studierte noch Geld, alleine gesunder Verstand.

  4. Ein grundsätzlich guter Ansatz, nur werden die belohnt, die dem Humus zu wenig Beachtung geschenkt haben. Wer gut gearbeitet hat, geht leer aus.
    Wir vom Verein Agricultura Regeneratio bieten bald eine Auslobung an, die auch die bisherigen Leistungen belohnt.

    1. Ich hoffe einfach, dass die Belohnung des Verein Agricultura Regeneratio ideell oder aus dem Geldsäckel der Vereinsmitglieder erfolgen wird.
      Das wird ein frommer Wunsch bleiben. Alle neuen Vereine im Agrarbereich versuchen immer die Steuerzahler zu melken. Mit dem gemolkenen Geld werden dann die Funktionäre fürstlich belohnt und wenn etwas übrig bleibt, bekommen die Bauern auch noch etwas vom „Steuer-Gemelk“

      1. Irrtum Fritz. Der Markt. Wir haben einen Partner, der einen Mehrpreis bezahlt für Produkte aus regenerativer Landwirtschaft. Unser Verein sichert die Qualität, Weiterbildung, Kommunikation und Vernetzung.

        1. Dieser Partner muss in der Marketingkommunikation sehr unerfahren sein. Re. Landwirtschaft ist agronomisch ein sehr gutes Konzept. Der agron. Vorteil ist marketingtechnisch ein grosser Nachteil: das Konzept ist weder schwarz noch weiss. Weder Umwelt- noch Gesundheitsaspekte lassen sich knackig vermitteln.
          Übrigens: Coop mit Bio und Migros/Denner mit IPSuisse haben bereits ihre kommunikativen Deckmäntelis

    2. Danke dir Daniel Betachart

      Wir setzen unter anderem seit Jahren schon Pflanzenkohle zur Güllebehandlung->Emissionsminderung->Bodenverbesserung -> Humusaufbau ein.
      Dies im Eigeninteresse und mit eigenen Mitteln.
      Also werden wieder die belohnt, die es einfach Übertrieben haben und den Boden auslaugten.
      Die gleiche Situation gab es schon bei der Harnstoff-absenkung in der Milchprodukteton. Jehne die schon immer auf nicht zu extrem Werte geachtet hatten, waren am Schluss die Geprellten.

  5. Mich erstaunt einfach immer wieder wieso regenerative Landwirtschaft, Permakultur und Terra Preta bisher kaum, oder gar kein Themen waren. Dabei wären diese Ansätze für viele Probleme ein grosser Teil der Lösung. Aber da hat die Agrarlobby und deren Industrie logischerweise kein Interesse…

    1. Das wollen wir eben ändern! Leider wenig Aufmerksamkeit bei den traditionellen Vertretern in den Verbänden, in der Politik und beim Handel (löbliche Ausnahmen gibt es!)

  6. Da hast du recht, nur gibt es halt nirgends eine Vorschrift, Humus aufzubauen. Wir werden die Anwendung der Humusbilanz sowie eventuell das Cool Farm Tool bei der Auslobung verbindlich vorsehen.

  7. Das ist doch so wie immer bei den Direktzahlungen, wer schon seit jahrzehnten Sorge getragen hat, wird dafür nicht belohnt. Die aber welche auf Teufel komm Raus Überschüsse produzierten bekommen nun wieder Geld für die Reparatur des Bodens. Ich finde es wäre an der Zeit, dass die Direktzahlungen abgeschafft werden und dass wir für die Produkte wieder einen kostendeckenden Preis erhalten!

    1. Dann müssen die Grenzen zu für Nahrungsmittel, nur so bin ich mit dir einverstanden. Dann ginge es auch ohne DZ.
      1 Lt Milch kostet dann 5 Fr.

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