11.06.2015 16:05
Quelle: schweizerbauer.ch - spu, cbu, sja
Biolandbau
Bio-Ackerbautag: Rezepte für reduzierte Bodenbearbeitung
Die Agrarpolitik belohnt es, wenn man die Bodenbearbeitung reduziert und zusätzlich auf den Herbizideinsatz verzichtet. Doch das ist nicht einfach. Am Bio-Ackerbautag kann man sich diesbezüglich informieren.

Bereits die vierte Ausführung des Schweizer Bio-Ackerbautages findet am 13. Juni in Courtételle im Kanton Jura statt. Mechanische Unkrautregulierung, reduzierte Bodenbearbeitung und der Anbau verschiedener Ackerkulturen stehen im Mittelpunkt.

Maschinen auf über 3ha

«Nebst Ölsaaten, Mais und Getreide legen wir ein besonderes Augenmerk auf den Anbau von Mischkulturen», erklärt OK-Präsident Milo Stöcklin. Verschiedene Kulturen auf demselben Feld anzubauen, liege nach wie vor im Trend. «Dies zeigt sich auch an den Maschinenvorführungen, wo Technikbegeisterte voll auf ihre Kosten kommen werden», erklärt Stöcklin, selber Biolandwirt und Vorstandsmitglied von Bio Suisse.

Das Programm zeigt, dass die Organisatoren selbst von der Technik im Biolandbau begeistert sind und deshalb bei den Präsentationen nicht gespart haben. Auf einer Fläche von über 3 Hektaren finden die Maschinenvorführungen der bedeutendsten Hersteller und Akteure direkt in den Kulturen statt.

Reduzierte Bearbeitung

Bei der mechanischen Unkrautregulierung erwarten die Besucher vor allem technische Verbesserungen von bereits bewährten Konzepten. Noch nicht im breiten Einsatz sind die verschiedenen Techniken zur reduzierten Bodenbearbeitung. Die wichtigste Frage ist, welche Maschinen und welches Vorgehen im Rahmen der Ressourcenschutzbeiträge des Bundes auch im Biolandbau erfolgreich eingesetzt werden können.

Die aktuelle Agrarpolitik belohnt es, wenn man die Bodenbearbeitung reduziert und zusätzlich auf den Herbizideinsatz verzichtet. Doch in der Praxis ist der pfluglose Anbau ohne Herbizid eine richtige Herausforderung. Die Gründüngung kann hier ein Teil der Lösung sein.

Das Programm

Samstag, 13. Juni in Courtételle

8.30 Uhr: Eröffnung
9 Uhr: Begrüssung
9.30 Uhr: Besichtigung und geführte Rundgänge
11 Uhr: Maschinenvorführung
12 Uhr Apéro, Festwirtschaft
13.45 Uhr: Besichtigung und geführte Rundgänge
16 Uhr: Maschinendemo
17 Uhr: Grillfest

Posten:
Getreide, Ölsaaten, Mais, Mischkulturen, Unkrautregulierung, reduzierte Bodenbearbeitung

Mehr Informationen finden Sie hier

Bessere Kameralenkung

Bei der Unkrautregulierung in Mais- und Sojaparzellen werden erneut GPS-Steuerung und Kameralenkung im Einsatz zu sehen sein, die das Arbeitsergebnis mit technischer Raffinesse verbessern. Interessant ist etwa der Rotorstriegel Aerostar von Einböck. Dieses Gerät ist im Vergleich zu bekannten Rollstriegeln mit automatischem Druck- und Niveauausgleich von einzelnen Sektionen ausgerüstet. Davon verspricht man sich ein einheitlicheres Arbeitsbild.

Im Bereich Reihenkulturen tüfteln die Hersteller weiter an der Kameralenkung. So zum Beispiel die französische Firma Carré. Beim System Précicam werden die einzelnen Hackaggregate pneumatisch an der Rahmenaufhängung verschoben, um jeweils genau in der Reihe zu bleiben und Schwankungen auszugleichen. Die fortgeschrittene Technik erlaubt es sogar, Arbeitskräfte auf dem Feld einzusparen. Jedoch bietet auch der Schweizer Bio-Ackerbautag keine Patentlösungen gegen das Unkraut in der Reihe.

Auch für ÖLN-Bauern

Mit ihrem Konzept wollen die Veranstalter auch Produzenten einbinden, die den ökologischen Leistungsnachweis (ÖLN) erfüllen oder nach IP-Suisse-Richtlinien produzieren. Die verschiedenen Methoden der Unkrautregulierung beziehungsweise der Bodenbearbeitung sind auch für die entsprechenden Beitragsprogramme des Bundes relevant. Oberstes Ziel des Anlasses ist es, die gesamte Schweizer Bio-Ackerbaufläche zu fördern.

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