24.11.2016 15:51
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Biolandbau
Biolandbau bringt ähnliche Erträge
Bei intensiver Bewirtschaftung liefern biologischer und konventioneller Maisanbau ähnliche Erträge. Das ist das Fazit einer Langzeitstudie, die das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) mit lokalen Partnern in Kenia durchgeführt hat. Wegen höherer Preise sei Bio sogar rentabler.

An zwei Standorten in Kenia vergleichen die Forschenden des FiBL gemeinsam mit Partnern vor Ort seit sechs Jahren die Erträge von Parzellen, die verschieden bewirtschaftet werden. Untersucht wird dabei der biologische und der konventionelle Maisanbau, jeweils in zwei Varianten: intensiv - also exportorientiert mit grossem Einsatz an Hilfsmitteln wie Dünger - oder extensiv mit wenig Hilfsmitteln.

Bio rentiert sich mehr

Die Erträge auf den intensiv bewirtschafteten Flächen lagen mit biologischen Anbaumethoden ähnlich hoch wie mit konventionellen, wie das FiBL am Donnerstag mitteilte. Bei letzterer wird Hof- und Mineraldünger eingesetzt, bei der Biovariante kommen hingegen Kompost, Asche und Gesteinsphosphat zum Einsatz.

Zwar liegen die Produktionskosten beim Biolandbau höher, dank höherer Preise für Bioprodukte rentiere sich diese Anbauvariante dennoch, hiess es in der Mitteilung: Die Rentabilität liege beim 1,3- bis 4,1-Fachen verglichen mit konventioneller Bewirtschaftung.

Bodenressourcen schonen

In der extensiven Variante lieferte der Bioanbau deutlich geringere Erträge, berichteten die Forschenden kürzlich im Fachblatt «Agriculture, Ecosystems & Environment». Zumindest in einer Mais-Monokultur. Wurden jedoch in der Fruchtfolge abwechselnd Mais und Bohnen gepflanzt, näherte sich der biologisch erzeugte Ertrag dem auf den konventionell behandelten Flächen an. Hülsenfrüchte wie Bohnen reichern den Boden mit Stickstoff an, funktionieren daher als natürliche Dünger.

Allerdings untersuchten die Forschenden auch die Nährstoffbilanz der verschiedenen Produktionsarten, und dabei zeigte sich, dass die niedrige Bewirtschaftungsintensität in jedem Fall dem Boden Nährstoffe entzieht, egal ob Bio oder nicht. Nur der Biolandbau in der intensiven Variante verzeichne eine positive Bilanz, da Ernterückstände auf dem Feld belassen oder in Kompost wiederverwendet werden, schrieb das FiBL.

Intensiver Biolandbau sei somit produktiv, wirtschaftlich und ressourcenschonend und könne zu einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Produktion in Kenia und anderen Regionen mit ähnlichen Umweltbedingungen beitragen, so das Fazit der Studie.

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