Samstag, 4. Dezember 2021
08.03.2019 13:29
Forschung

Bodenfruchtbarkeit verbessern: Bauern gesucht

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Von: Julia Hess

Die Hinweise verdichten sich, dass nützliche Mikroben zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Äckern beitragen können. Während drei Jahren führt Agroscope einen Versuch mit Feldimpfungen mit Mykorrhiza-Pilzen durch. Dazu sucht die Forschungsanstalt Bauern, die einen Teil ihrer Parzelle zur Verfügung stellen.

Es gibt immer mehr Hinweise, dass nützliche Mikroben zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Äckern beitragen können. Eine Gruppe von Nützlingen sind Mykorrhiza-Pilze: Sie gehen mit mehr als 80 Prozent der Pflanzen eine Lebensgemeinschaft ein, welche für beide Partner meist vorteilhaft ist (Symbiose).

Die Pilze bilden im Boden ein weit verzweigtes Netzwerk aus feinen Pilzhyphen. Dadurch wird der von den Pflanzenwurzeln erreichbare Bodenraum erweitert und die Nährstoffversorgung der Pflanzen verbessert. Bis zu 90 Prozent des pflanzlichen Phosphors (P) stammen von Mykorrhiza-Pilzen. Während das Potential der Beimpfung von Böden mit Mykorrhiza-Pilzen bisher vor allem in Gewächshausversuchen und in sterilen Böden untersucht wurde, ist der Erfolg beim Inokulieren in landwirtschaftlichen Feldern noch wenig erforscht.

Während drei Jahren führt Agroscope grossflächige Feldimpfungen von Mais mit verschiedenen Mykorrhiza-Pilzarten durch, um deren Auswirkungen auf den Pflanzenertrag und ihr Potenzial zum Ausgleich von reduziertem P-Düngemitteleinsatz zu testen. Die Forscher werden die Etablierung des Pilzes in den Wurzeln überprüfen, sowie evaluieren, unter welchen Bedingungen die Inokulation die Pflanzenerträge beeinflusst. 

Ziel des Projekts ist es schliesslich, einen Algorithmus zu entwickeln, der Mykorrhiza-Pilzgemeinschaften aus biologischen, physikalischen und chemischen Bodeneigenschaften vorhersagt und Mykorrhiza-Pilzarten für die erfolgreiche Impfung eines bestimmten Feldes empfiehlt. Um das Projekt zu realisieren, sucht Agroscope noch einige Bauern, die einen Teil ihrer Parzelle zur Verfügung stellen. Als Entschädigung wird einem teilnehmenden Bauern 200 Franken vergütet. Die Anmeldefrist dauert bis am Freitag, 15. März 2019. Mehr zum Projekt und die Anmeldeinformationen finden Sie hier

Das Projekt wird geleitet von Dr. Klaus Schläppi (Agroscope), Prof. Marcel van der Heijden (Agroscope) und Dr. Natacha Bodenhausen (FiBL). Es wird unterstützt durch die Gebert Rüf Stiftung.

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