3.07.2018 06:33
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
D: Deutlich geringere Getreideernte
Hitze und Trockenheit trüben die Getreideernteaussichten in Teilen Deutschlands. Einen ersten Ausblick wagten in der vergangenen Woche das Landwirtschaftsministerium in Mecklenburg-Vorpommern und die Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

In beiden Bundesländern hat die Getreideernte bereits zwei Wochen früher als üblich begonnen. Der Schweriner Agrarressortchef Dr. Till Backhaus rechnet für sein Bundesland mit Ertragsverlusten bei Mähdruschfrüchten und Ackerfutter, die seiner Einschätzung nach im Schnitt zu Einkommensverlusten von 404 Schweizer Franken/ha führen werden.

Bei Wintergärste nur die Hälfte erwartet

Bei der Wintergerste erwartet das Ministerium ersten Schätzungen zufolge Mindererträge von bis zu 50 %, beim Winterraps bis zu 30 % und bei den übrigen Getreidesorten von 20 % bis 25 %. Belastbare Prognosen seien aber erst im Verlauf der Ernte möglich. Vereinzelt hätten die Landwirte wegen der Trockenheit auf den Feldern das Getreide schon vor der Ernte gehäckselt, um es zu verfüttern.

Backhaus riet betroffenen Bauern, Unterstützungsmaßnahmen zu nutzen, wie das Bürgschaftsprogramm des Landes oder das Liquiditätshilfsprogramm der Landwirtschaftlichen Rentenbank. Auch das Bodenaufkaufprogramm des Landes könne zur Liquiditätsverbesserung beitragen. Ab sofort hätten die Bauern auch die Möglichkeit, Anträge zur Stundung von Pacht- und Leistungsraten für öffentliche Darlehen sowie Steuerzahlungen zu stellen.

Weit unter dem Durchschnitt

Für Niedersachsen gab die Landwirtschaftskammer noch keine konkrete Prognose ab, stellte aber bereits klar, dass die Gerstenerträge „weit unter dem Durchschnitt“ liegen werden. Auch hier sei die Entwicklung der Pflanzen teils so sehr beeinträchtigt, dass ein Mähdrusch gar nicht mehr lohne. Die Qualität der Wintergerste falle in diesem Jahr zudem eher schlecht aus.

Für die Ernte von Raps, Weizen und anderen Getreidearten sagte die Kammer ebenfalls „weit unterdurchschnittliche Erträge“ voraus. Ob und inwieweit Kartoffeln, Zuckerrüben und Mais unter der Trockenheit gelitten hätten, sei derzeit noch nicht abzusehen. Bisher hätten die Bestände die trocken-heiße Phase aber gut überstanden. 

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