Samstag, 23. Januar 2021
15.09.2020 14:47
Deutschland

D: Notfallzulassung gegen Feldmäuse

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Von: AgE

Das deutsche Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat eine Notfallzulassung gegen Feld- und Erdmäuse in Acker-, Obstkulturen, Wiesen und Weiden erteilt, die nach Einschätzung des landwirtschaftlichen Berufsstands das seit Wochen bestehende Schadnagerproblem allerdings nicht lösen kann.

Laut BVL darf seit vergangener Woche das Pflanzenschutzmittel Ratron Giftweizen nun auch mit der Köderlegemaschine ausgebracht werden, sofern der mit der Maschine gezogene Gang nach oben geschlossen ist. Die Notfallzulassung gilt laut den BVL-Angaben bis zum 6. Januar 2021.

Die Ausbringung des Mittels mit der Legeflinte war bereits zuvor zulässig und bleibt es weiterhin. Wie bei allen Notfallzulassungen seien die Anwendungen begrenzt, betonte das BVL. Die Einhaltung aller Anforderungen müsse vom Zulassungsinhaber sichergestellt werden. Die Ergebnisse seien anschliessend zu berichten. Alle übrigen Anwendungsbestimmungen zum Schutz des Naturhaushalts blieben unverändert.

In zahlreichen Bundesländern, darunter Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Thüringen und Sachsen, gibt es in diesem Jahr eine Feldmausplage. In den zurückliegenden Wochen wurden daher Rufe nachAusnahmegenehmigungen für die Feldmausbekämpfung laut. Die jetzt erteilte Notfallzulassung wertete der Thüringer Bauernverband (TBV) aber als „in jeder Hinsicht unzureichend“, weil die Bekämpfung der Tiere für nahezu alle Betriebe weiterhin unmöglich bleibe.

So dürften in allen Gebieten mit potentieller Feldhamster- beziehungsweise Haselmauspopulation sowie in den Flora-Fauna-Habitat-(FFH)-Gebieten und allen Rastplätzen von Zugvögeln weiterhin keine Rodentizide ausgebracht werden. Das habe zur Folge, dass die Herbstaussaat an die Mäuse verfüttert werde. Das sei ökologisch widersinnig und wirtschaftlich desaströs. Dabei sei eine Gefährdung anderer Tierarten durch den Einsatz von Rodentiziden nicht zu befürchten.

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