26.05.2015 09:43
Quelle: schweizerbauer.ch - Roland Müller
Bodenbearbeitung
Der (fast) pfluglose Wiesenumbruch
Der Umbruch einer Kunstwiese ist eine grosse Herausforderung. Auf dem Hof Schwarzbach der Familie Siegrist in Wil ZH wurden verschiedene Maschinen für einen ressourcenschonenden Wiesenumbruch vorgeführt.

Der Umbruch von Natur- und Futterwiesen und Verzicht auf den Pflugeinsatz ist auf konventionellen Betrieben problemlos mit der Direktsaat und dem anschliessend notwendigen Herbizideinsatz möglich. Da dem Biobetrieb der Einsatz von Herbiziden verwehrt bleibt, ist er auf irgendeine Form der Bodenbearbeitung angewiesen, um das Saatbeet für die Folgekultur vorzubereiten.

Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) will mit dem Ressourceneffizienzprogramm die reduzierte Bodenbearbeitung fördern, um nicht zuletzt auch Energie zu sparen. «Wer im Rahmen des erwähnten Programms maximal 10 cm tief pflügt, kann zusätzliche Direktzahlungen auslösen», rief Hansueli Dierauer in Erinnerung. Es gilt nun Möglichkeiten der oberflächigen Bodenbearbeitung ohne Bodenwendung auch im Biolandbau auszuloten, welche auch den fast pfluglosen Umbruch von Wiesen ermöglichen soll.

Umbruch für Hirse

Mit dieser Thematik hat sich auch das Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL auseinandergesetzt und lud zu einer grossen Maschinenvorführung ins Rafzerfeld nach Wil ZH auf den Hof der Familie Siegrist auf den Hof am Schwarzbach in Buchenloo ein, wo verschiedene Verfahren in der Praxis vorgeführt worden sind.

Die dabei neu zu nutzende für dem Umbruch vorhandene Kunstwiese diente der Kleesaatproduktion und soll nun für die Aussaat von Hirse umgebrochen und bearbeitet werden. Dabei will der Gastgeber aber auf den konventionellen eigentlichen Umbruch mit dem Pflug verzichten, sondern mit Alternativen und ressourcenschondener Technologie dafür sorgen, dass die Nachkultur auch ohne tiefes Pflügen und Herbizideinsatz gut gedeihen kann.

Schälen statt pflügen

Verschiedene Hersteller und Landwirte präsentierten dabei unterschiedliche Verfahren und Techniken, um die Wiese so zu bearbeiten, dass die Folgekultur angelegt werden kann, ohne dass die bestehende Grasnarbe ein Problem werden könnte. Gastgeber Siegrist setzt dabei auf zwei Verfahren mit Pflügen. Mit dem konventionellen 4-Schar Drehpflug (Vogel& Noot) pflügt er die Wiese bis maximal 20 cm Tiefe. Zudem hat er in Holland einen Beet-Schälpflug (Rumpstad) mit 7 Scharen erworben und umgebaut, welcher einen Umbruch von 10 bis 15 Zentimeter Tiefe ermöglicht.

Ebenfalls kam der 4-Schar-Drehpflug (Överum) vom Siblinger Landmaschinenbetrieb Müller zum Einsatz, welcher auch ein Schälen mit geringer Tiefe ermöglicht. Der Flaacher Biobauer Toni Meier setzt auf einen gezogenen Flachgrubber Treffler. «Wir können damit gute Erfolge erzielen, indem das Gras durch die oberflächliche Bearbeitung einen Schock erhält und dadurch kaum noch nachwächst. Allenfalls kann eine zweite Bearbeitung den Auflauf ganz abbremsen», erklärt Meier. 

Grasnarbe abhobeln

Gleich in einem Durchgang zeigte der angebaute Flachgrubber Horsch eine sehr gute Arbeit und lieferte ein ideales Saatbeet für die Folgekultur. Eine Neuheit ist der Geohobel Roth, welcher erst seit 2014 in der Schweiz im Einsatz ist. Für Bauer Ueli Zemp ist diese Technologie interessant, weil sie es erlaubt, beispielsweise Gründüngungen problemlos einzuarbeiten. Dabei kommen Hobelmesser zum Einsatz, welche eine gradlinige vollflächige Bearbeitung erzeugen.

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