2.06.2018 15:40
Quelle: schweizerbauer.ch - Alexandra Schröder, Stefan Gfeller*
Alexandra Schröder, Stefan Gfeller*
Drohne spritzt, Roboter hackt
Wie können Pflanzenschutzmittel reduziert werden? Am Inforama Rütti wird aufgezeigt, was heute möglich ist.

Herbizide im Maisanbau sparen: Glyphosat, das stark umstritten ist, kann im Maisanbau mit verschiedenen Methoden eingespart werden. Die gängigste und einfachste Methode ist die Nutzung des Pfluges. Aus Bodenschutzgründen ist der Pflugeinsatz jedoch kritisch und kann in Parzellen, die erosions- oder verdichtungsgefährdet sind, grosse Probleme verursachen.

Es gibt jedoch Alternativen zum Kunstwiesenumbruch mit dem Pflug. Der Umbruch mit einer Biofräse zeigt, sofern die Bedingungen stimmen, sehr gute Resultate. Die Biofräse bearbeitet lediglich 3 bis 5cm der Bodenoberfläche und zerstört die Grasnarbe. Anders als bei Glyphosat- oder Pflugeinsatz ist ein einziger Durchgang mit der Biofräse ausreichend. Damit das Verfahren gut funktioniert, muss der Boden genügend trocken sein. 

Wer ganz auf Bodenbearbeitung verzichten möchte, dem bietet künftig das Elektroherbizid, das wie Glyphosat eingesetzt werden kann, eine mögliche  Alternative. Hochspannung treibt den Strom in die oberirdischen Pflanzenteile und verbrennt diese. So hat der Mais genügend Platz zum Wachsen.

Gute Weizenerträge mit wenig Fungizid: Der Frühling war sehr warm und trocken. Diese Bedingungen erlauben mit einer 1-Fungizid-Strategie oder gar im Extensoanbau gute bis sehr gute Erträge. Die bisherigen Bonituren haben ergeben, dass die Unterschiede im Krankheitsbefall in diesem Jahr sehr gering und wahrscheinlich nicht ertragsrelevant sind.  

Herausforderung Rüben: Das Einsparen von Pflanzenschutzmitteln im Rübenanbau ist eine grosse Herausforderung und bedingt etwas Mut, um mal Neues auszuprobieren. Wenn die Bedingungen gut sind, zeigen Hacken und Bandspritzen in den Zuckerrüben gute Resultate. Nebst der Unkrautvernichtung bringt das Hacken weitere Vorteile wie das Auflösen einer Verkrustung oder die Mineralisierung von Stickstoff. Ist es jedoch im Frühling lange feucht oder ist der Unkrautdruck sehr hoch, erzielt dieses Verfahren nicht das gewünschte Resultat.

Liegt in den Drohnen und Robotern die Zukunft? Ein kleiner Helfer, der den ganzen Tag auf dem Feld ist, sich nie beschwert und hervorragende Jätarbeit erledigt? Für viele tönt das nach Zukunftsmusik, jedoch gibt es bereits Produkte, die schon nahe an der Praxisreife sind. An der Tagung werden die Vorteile und Herausforderungen aufgezeigt, wenn Drohnen Pflanzenschutzmittel ausbringen oder wenn der Hackroboter das Unkraut bekämpft. 

Von der Hacke zum Roboter

Am 5. Juni nachmittags findet am Inforama Rütti in Zollikofen BE eine Feldtagung zum Thema Reduktion von Pflanzenschutzmitteln statt – «Von der Hacke zum Roboter». Im Feld werden Massnahmen der Unkrautbekämpfung in den Kulturen Mais und Zuckerrüben mit modernen Maschinen demonstriert. Weiter wird die neuste Technik der Pflanzenschutzmittelausbringung gezeigt sowie die Möglichkeit des reduzierten Fungizid-Einsatzes im Getreide. Sämtliche Maschinen können beim anschliessenden Apéro begutachtet werden. asc

Der Anlass ist kostenlos, Anmeldung  ist nicht nötig. Die Tagung wird vom Inforama mit der Pflanzenschutzfachstelle des Kantons Bern und der HAFL organisiert. Weitere Infos: www.be.ch/ps-info

*Alexandra Schröder arbeitet bei der Fachstelle Pflanzenschutz des Kantons Bern, Stefan Gfeller ist Lehrer und Berater am Inforama Rütti.

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