29.05.2015 15:16
Quelle: schweizerbauer.ch - Hans-Peter Widmer
Ackerbau
Drohnen streuen schnell und genau
Neu können Trichogramma gegen den Maiszünsler per Drohne gezielt und arbeitsparend gestreut werden. Neu darf auch Ephosin gegen Drahtwürmer gestreut werden. Allerdings gelten dabei strenge Vorschriften.

Der Liebegger Ackerbautag fand auf dem Betrieb Agrino der Familien Imboden und Peterhans statt. Auf besonderes Interesse bei den rund 200 Teilnehmern stiessen GPS-Steuerungen für parzellengenaue Einsätze in der Landwirtschaft, vorgeführt an den Beispielen einer Drohne und einer Pflanzenschutzspritze.

Nützlinge per Drohne

Bisher wurden Trichogramma  gegen den Maiszünsler von Hand gestreut. Das koste ihn Zeit, habe aber den Vorteil, dass er beim Gang durch das Feld auch den Zustand der Pflanzen erkenne, betonte ein Maisproduzent. Jetzt gibt es ein technisches Hilfsmittel aus der Luft: den Multikopter. Die vorgeführte Drohne flog in gleichmässigen Bahnen über die Parzelle und schickte in genauen Abständen – gleichmässiger und sparsamer als von Hand – Optikügelchen aus 20 bis 35 m zu Boden.

Die Drohneneinsätze  wie auch den Wirkstoff vermittelt die Fenaco an den Landi-Standorten. Die  Behandlung einer Hektare dauert drei Minuten und kostet 20 bis 35 Franken; hinzu kommen noch die Trichogramma-Auslagen von ungefähr 130 Franken.  In der Regel braucht es zwei Einsätze. Je grösser die Maisfläche ist, desto günstiger sind die Drohnenkosten. Das spricht für überbetriebliche Kooperationen. 

Gut einarbeiten

Das in Südeuropa im Kartoffelanbau längst verwendete Drahtwurmgranulat Ephosin ist neu auch in der Schweiz zugelassen. Aber das konzentrierte, relativ aggressive Produkt verlangt eine saubere Anwendung. Ephosin muss eingearbeitet werden, um Ausschwemmungen, die die Wirkung beeinträchtigen und Oberflächengewässer belasten könnten, zu verhindern. Das Verfahren wurde mit einem Kartoffelsetzgerät vorgeführt, das in einem Arbeitsgang ein Granulatband legt, die Kartoffeln beizt und setzt.

Ein weiterentwickeltes Strip-Till-Gerät

Die beiden jungen Aargauer Bauern Daniel Löffel, Bergdietikon, und Roger Meier, Tägerig, haben ein kompaktes Strip-Till-Gerät «Löme» (Abkürzung für Löffel-Meier) entwickelt, das eine streifenförmige, schonende Bodenbearbeitung samt Säen und Düngen ermöglicht. Im Gegensatz zu andern Direktsaat-Geräten fräst «Löme» den Boden nicht auf, sondern lockert ihn 20 bis 25cm tief durch einem V-förmigen Grubberstil. Dadurch kommt es praktisch zu keiner Bodenverschmierung. Das Gerät verfügt über zwei Vorschneidescheiben, welche die Grasnarbe trennen. Dahinter lockert die Grubberschaufel den Boden auf. Zwei nachfolgende Rückverfestigungsscheiben  halten den bearbeiteten Streifen kompakt, aber absolut locker. Dass die Bodenbearbeitung und die Einsaat im gleichen Zug möglich sind, hat selbst Fachleute überrascht. Das relativ leichte Gerät – bis jetzt ein Unikat – lässt sich auch mit kleineren Traktoren einsetzen. hpw

Eigenentwicklung

An weiteren Posten wurden die  Innenreinigung von Pflanzenschutzspitzen gezeigt, Futterbau-Grasmischungen verglichen, Energiesparmassnahmen bei Elektromotoren sowie Schritte zum Bau von Photovoltaikanlagen erklärt. Als Überraschung entpuppte sich ein von zwei Aargauer Bauern verbessertes Strip-Till-Gerät für die schonende streifenförmige Bodenbearbeitung mit Säen und Düngen im gleichen Arbeitsgang (siehe Kasten).

Der Agino-Betrieb

Das landwirtschaftliche Unternehmen Agrino wird von drei Partnern der Familien Imboden und Peterhans an zwei Standorten in Busslingen (Remetschwil) und Vogelrüti (Niederrohrdorf) geführt. Mit 40 Kühen wird silofreie Milch und mit 30 Mutterkühen Natura-Beef produziert. Von 45ha Fläche sind 23ha Ackerland für Saatweizen, Raps, Mais und Sonnenblumen. Zum Betrieb gehören eine Pferdepension sowie eine Biogas- und Photovoltaikanlage, die 400 Haushaltungen mit Strom versorgt. hpw

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