Montag, 8. August 2022
15.07.2015 06:10
Trockenheit

Dürre trifft fast alle Kulturen

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Von: Susanne Meier

Die Landwirtschaft leidet unter der Trockenheit. Besonders angespannt ist die Situation bei den Kartoffeln, wo Qualitätseinbussen drohen. Doch auch Futterbauern und Älpler warten auf Regen. Dieser ist aber nicht in Sicht.

Seit knapp einem Monat hat es nicht mehr flächendeckend geregnet. Und das dürfte vorerst so bleiben. Laut SRF Meteo lässt das Sommerhoch wahrscheinlich auch in der zweiten Monatshälfte den Regenwolken kaum eine Chance. Flächendeckendes Nass ist nicht in Sicht. Das bestätigt Ena Hirschi von der Firma Meteotest: «Bis Ende Woche bleibt es trocken, und auch am Wochenende fallen höchstens einige Tropfen. Ab Montag steht die Schweiz wieder unter Hochdruckeinfluss.» 

Kein gutes Kartoffeljahr

Zu schaffen macht die Trockenheit den Kartoffeln. Ruedi Fischer, Präsident der Vereinigung Schweizerischer Kartoffelproduzenten: «Wir rechnen dieses Jahr höchstens mit einer durchschnittlichen Kartoffelernte. Bei Sorten wie Lady Claire kann man fast zusehen, wie das Laub schwindet.» Diese Einschätzung teilt Andreas Rüsch vom Strickhof in Lindau ZH: «Es gibt kein gutes Kartoffeljahr. Im nassen Mai war die Wurzelbildung beeinträchtigt. Deshalb sind die Kartoffeln jetzt speziell anfällig auf Trockenheit.»  

Vorwiegend bei den Industriekartoffeln sei die Lage prekär. «Es gibt schon erste Schäden.» Insbesondere Agria reagiere bei Hitze- und Trockenheitsstress mit Durchwuchs, Kindelbildung oder der Bildung einer zweiten Knollengeneration: «Posten mit diesen Mängeln können vielfach nicht mehr vermarktet werden.»

Gras leidet

Robuster gegen Trockenheit sind die Rüben. Samuel Jenni von der Schweizerischen Fachstelle für Zuckerrübenbau: «Die Rüben sterben bei Wassermangel nicht ab. Heikel sind hingegen Temperaturen über 30°C. Sie führen zu einem Wachstumsstillstand.» Jenni rechnet aber noch nicht mit grossen Ernteeinbussen: «Dazu müsste es länger heiss bleiben.»

Zunehmend unter der Dürre leidet dafür das Gras. «Das Wachstum kommt momentan beinahe zum Erliegen», weiss Andreas Wyss, Futterbauexperte am Wallierhof in Riedholz SO und selber Landwirt. «Vor allem Raygras ist trockenheitsempfindlich. Das Risiko steigt, dass es verdorrt.» Trotzdem ist Wyss zuversichtlich, dass die Mindererträge beim Emd im Talgebiet im Herbst noch kompensiert werden.

Sogar im Alpgebiet wird die Trockenheit zum Thema: «Im Berner Oberland gab es in den letzten Wochen kaum Gewitter», bilanziert Erich von Siebenthal, Bergbauer aus Gstaad BE und Präsident des Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verbandes. «Die Kühe haben zwar noch Gras. Doch wenn es nicht bald regnet, könnten die Quellen versiegen.»

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