10.09.2016 08:40
Quelle: schweizerbauer.ch - Barbara Schwarzwald
Boden
Dyker bremst Erosion in Kartoffeln
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Boden vor Erosion zu schützen. Einige von ihnen wie Gründüngungen oder der Einsatz des Dykers in Kartoffeln wurden am vergangene Mittwoch in Zollikofen BE vorgestellt. Stimmen von Besuchern sehen Sie in den Videos

«Glyphosat ist für eine erfolgreiche Maiskultur nicht notwendig», lautete das Fazit von Daniel Günter, Pflanzenbaulehrer, nach der Besichtigung von zwei Maisfeldern in Streifenfrässaat (siehe Kasten). Anhand eines Demoversuchs mit und ohne den Einsatz von Glyphosat und selektiven Herbiziden im Nachauflauf auf dem einen Feld und einer zusätzlichen Flächenbodenbearbeitung mit einer Federzahnegge mit Gänsefussscharen zum Wegschälen der Grasnarbe auf dem anderen konnte man sich über die Wirkung und die Kosten ein Bild machen.

Herbizidtolerante Rüben

«Wenn wir auf den Einsatz von Glyphosat verzichten wollen, müssen wir vor der Saat die Grasnarbe generell schädigen», ergänzte Günter. Der Nachteil sei, dass der Anteil der Feinmasse im oberen Bereich des Bodens durch mehrmaliges Hacken steige und die Erosion verstärkt werde.

Samuel Jenni von der Schweizerischen Fachstelle für Zuckerrübenbau stellte die neue KWS-Rübensorte vor, die, mit klassischen Methoden gezüchtet, auf der Rütti gesät und Anfang August einmalig mit Sulfonylharnstoff gespritzt worden war. «Die Rüben sind tolerant gegen ALS-Herbizide. ALS sind Sulfonylharnstoffe. Man kann sie spritzen, wenn die Kultur bereits eine gewisse Grösse hat, dadurch kann der Erosion entgegengewirkt werden.

Brennpunkt Boden

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe «Brennpunkt Boden» haben die Fachstelle Bodenschutz des Kantons Bern, die Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften und das Inforama zum Thema «Erosion – wenn das wertvolle Erdreich verschwindet» eingeladen. Mit der Zusammenarbeit wird beabsichtigt, den Austausch zwischen Praxis, Beratung, Vollzug und Forschung zu fördern. bsk

Bei den Zwischenkulturen werden vermehrt Mischungen zum Einsatz kommen, weil dadurch die positiven Eigenschaften der einzelnen Pflanzenarten kombiniert oder kompensiert werden können.   Beim Samen darf nicht gespart werden, damit eine totale Bodenabdeckung erreicht werden kann.

Kontinuierlich reinigen


Seit 2010 ist der Frischwassertank zum Reinigen der Spritze obligatorisch. Er muss 10 Prozent des Haupttanks betragen und fest mit der Maschine verbunden sein. Neu ist die ununterbrochene Innenreinigung. Dabei werden eine zusätzliche Pumpe und Innenreinigungsdüsen montiert. Es wird unablässig mit Frischwasser nachgespült. Bei den Pumpen gibt es einen elektrischen wie auch einen hydraulischen Satz. Die hydraulische Nachrüstung kostet rund 2500 Franken. Ab 2017 wird sich der Bund an den Kosten beteiligen.

Res Chervet vom Inforama führte die Erosion an einem Modell mit vier verschiedenen Böden vor. Bei der Variante Naturwiese wurde nach einem Starkregenguss alles Wasser durch den Boden infiltriert. Bei der Direktsaatparzelle gelangte etwas Wasser in den Behälter. Bei der durch den Pflug bearbeiteten Ackerfläche sammelte sich das meiste Wasser im Becher, angereichert mit ganzen Erdklumpen, und bei der Mulchsaat erodierte schmutziges Wasser. Der Kalkzustand des Bodens sollte überprüft werden. Ein pH-Wert zwischen 6,5 und 7 ist anzustreben, damit sich Ton-Humus-Komplexe bilden, die im Boden erwünscht sind. Bei einem pH-Wert unter 6,5 gilt es, Kalkungen vorzunehmen.

Erosion in Kartoffeln

Die Bodenart, das Gefälle des Bodens, die Bedeckung während des Winters, Humusgehalt, Phosphorüberversorgung, Saatbettbereitung: Diese und weitere rund zehn Punkte sind mitverantwortlich für eine allfällige Erosion im Kartoffelbau. Mithilfe des Dykers will man der Abtragung entgegenwirken.

Der Dyker ist der Maschinenteil nach dem Dammformer. Mittels Propeller wird alle 40 bis 50cm ein Loch gegraben, im Anschluss entsteht ein Erdhäufchen. Der Damm ist locker, die ganze Dammoberfläche kann Wasser aufnehmen. In einer  Bachelorarbeit wurde ermittelt, dass die Erosionsreduktion mit Einsatz des Dykers 60 bis 70 Prozent beträgt. 

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