27.08.2020 08:43
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Boden
Ehemalige Moore: Nutzung anpassen
Vermutlich waren einmal 100'000 Hektaren Moore in der Schweiz. Heute sind es noch ca. 30'000 ha. Über Jahrzehnte bis Jahrhunderte haben Land- und Forstwirtschaft die organischen Flächen verändert.

Der Flächenverlust ist hauptsächlich auf die Oxidation des Torfs nach der Entwässerung zurückzuführen. Die Torfgewinnung an sich macht nur einen kleinen Teil am Flächenverlust aus.

Die meisten verbliebenen organischen Böden in der Schweiz sind heute unter landwirtschaftlicher Nutzung. Diese Böden weisen, im Vergleich zu naturnahen Standorten oder solchen unter Wald, grösstenteils einen fortgeschrittenen Zustand des Torfabbaus auf, der sich sowohl in geringeren Torfmächtigkeiten als auch durch eine veränderte chemische Zusammensetzung der organischen Substanz zeigt, schreibt Agroscope.

Das mit dem Abbau kleiner werdende Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff legt nahe, dass diese Böden erhebliche Stickstoffmengen freigesetzt haben und dieser Prozess weiterläuft. Ehemalige Moore, die landwirtschaftlich genutzt werden, bedürfen gemäss Agroscope angepasster Nutzungsformen, damit die hohen CO2-Emissionen deutlich verringert werden können.

Organische Böden agieren als wichtige Kohlenstoffspeicher. Moore zum Beispiel entstehen durch anaerobe Prozesse von pflanzlichem Material, also durch Ausschluss von Sauerstoff und permanenter Sättigung mit Wasser. Eine Entwässerung dieser Böden lässt diese zwar bewirtschaften, setzt aber immense Mengen an Kohlenstoff in Form von CO2 frei – und dies über eine sehr lange Zeit hinweg.

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