Montag, 30. November 2020
05.12.2013 18:07
Kartoffeln

Erosionsschutz: Kartoffelbauern üben Kritik

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Von: blu/lid

Mit Inkrafttreten der Agrarpolitik 14-17 am 1. Januar wird bereits ein einmaliges Auftreten von Erosion als Verstoss gegen die Richtlinien des Ökologischen Leistungsnachweises (ÖLN) gewertet. Die Kartoffelproduzenten kritisieren diese strenge Auslegung.

Die strengere Auslegung beim Boden- und Erosionsschutz werde Auswirkungen auf den Kartoffelbau haben, schreibt die Vereinigung Schweizerischer Kartoffelproduzenten (VSKP) in einer Medienmitteilung. Im Kartoffelbau gäbe es mehrere kritische Phasen, in denen die Parzellen bei ungünstigen Witterungsereignissen erosionsgefährdet seien.

Kartoffelanbau wird eingeschränkt

So könnten die Phasen nach der Pflanzung bis zum Reihenschluss oder nach der Krautvernichtung aus anbautechnischen und qualitativen Gründen nicht durch Begrünungsmassnahmen umgangen werden, heben die Karoffelproduzenten hervor. Jeder Produzent sei daran interessiert, die Produktionsgrundlage zu erhalten und Erosion zu verhindern. Diese Einwände habe die Verwaltung nicht berücksichtigt, bedauert der VSKP.

Falls wegen einer Meldung oder bei einer ÖLN-Kontrolle Erosion festgestellt wird, muss der Landwirt nachweisen, dass er vorbeugende Massnahmen ergriffen hat. Für die Kartoffelproduzenten sei es aber schwierig, die Anforderungen zu erfüllen, weil die Massnahmen mit Punkten bewertet werden und bereits der Punkt „Kartoffeln in der Fruchtfolge“ mit drei Minuspunkten bewertet wird. Gemäss VSKP wird aufgrund dieser Auflagen der Kartoffelanbau in Hanglagen eingeschränkt.

Neue Bestimmungen bei Parzellen-Wahl beachten

Die Kartoffelproduzenten werden aufgerufen, sich mit den neuen ÖLN-Richtlinien und der Beurteilungstabelle in der Vollzugshilfe „Boden“ auseinanderzusetzen. Bei der Parzellenwahl seien die neuen Bestimmungen zu berücksichtigen, schreibt der VSKP. Dabei ist die Erosionsrisiko-Karte zu berücksichtigen. Besonders auf roten Flächen müssen zwingend Massnahmen zum Erosionsschutz ergriffen werden.

Die Schweizerischen Kartoffelproduzenten hätten sich zusammen mit dem Schweizer Bauernverband bereits bei der Vernehmlassung deutlich gegen die geplanten Verschärfungen beim Erosionsschutz ausgesprochen, heisst es weiter. Vom Bund und den Kantonen wird ein pragmatisches und
praxisorientiertes Vorgehen bei der Umsetzung und der Kontrolle gefordert.

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