2.08.2016 12:53
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Studie
EU: Aussereuropäische Ackernutzung steigt
Die Versorgung Europas mit Lebens- und Futtermitteln ist zunehmend von der Ackerlandnutzung ausserhalb des Kontinents abhängig. Zu diesem Ergebnis kommt die Nichtregierungsorganisation Friends of the Earth Europe (FoE-Europe) in einem Bericht, der am vergangenen Mittwoch vorgestellt wurde.

Wie aus dem Report hervorgeht, benötigt die Europäische Union derzeit fast 270 Mio. ha an landwirtschaftlicher Fläche, um die eigene Versorgung sicherzustellen. Allerdings finde mittlerweile fast 40% dieser Flächennutzung, der sogenannte „Land Footprint“, ausserhalb Europas statt. Dieser aussereuropäische „Fussabdruck“ umfasse eine Fläche, die der Grösse von Frankreich und Italien entspreche, heisst es in dem Bericht. Dies schaffe Ungleichheiten und bedrohe sowohl die Umwelt als auch örtliche Lebensgemeinschaften.

Die Ressourcenexpertin bei FoE-Europe, Meadhbh Bolger, hob hervor, dass ein „Überkonsum” in den EU-Staaten zu einer immer grösseren globalen Flächennutzung beitrage. Hinzu komme, dass Europa mehr als ein Drittel der negativen Auswirkungen seiner Landnutzung auf die Menschen und die Natur ausserhalb der EU ablade. Deshalb sei es höchste Zeit, dass die EU Massnahmen ergreife, um ihre globale Flächennutzung zu vermindern.

Der FoE-Europe-Bericht fordert die EU-Politik dazu auf, einen Ansatz zu verfolgen, bei dem die sozialen Konsequenzen und die Umweltfolgen der aussereuropäischen Landnutzung berechnet werden. Die EU sollte sich klare Ziele setzen, diese zu vermindern und zum Beispiel brachliegendes Land in den Mitgliedstaaten wieder nutzbar machen. Ausserdem sei es geboten, die Tierproduktion in der Gemeinschaft zu verringern und dafür die Produktion insbesondere von Eiweisspflanzen für die Lebensmittelversorgung der Bürger zu erhöhen.

Die Europaabgeordnete Maria Heubuch hält dieses Thema auch mit Blick auf die aktuelle Milchmarktkrise für hochaktuell. „Unsere Überproduktion erklärt sich zum Teil auch aus den hohen Futtermittelimporten“, erklärte die Grünenpolitikerin gegenüber Agra-Europe. Der Bericht problematisiert auch die Abhängigkeit von Futtermittelimporten und die ganzjährige Versorgung mit saisonalem Obst aus Drittstaaten. Kritisiert werden beispielsweise die grossen Einfuhrmengen an Pflanzenölen. Besonders fragwürdig seien die Importe, die nicht für die Lebensmittel-, sondern die Treibstoffproduktion verwendet würden.

Hier gehts zum Bericht

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