7.02.2019 08:05
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Getreide
EU: Immer mehr Sorghum
In der Europäischen Union hat der Anbau von Körnersorghum weiter zugenommen. Wie das Deutsche Maiskomitee (DMK) vergangene Woche unter Berufung auf den europäischen Sorghum-Verband „Sorghum ID“ berichtete, wurde die Anbaufläche zur Ernte 2018 im Vorjahresvergleich um 9'000 ha oder 6% auf 146'000 ha ausgeweitet.

Als Treiber hätten zuletzt vor allem die Landwirte in Frankreich, Ungarn und Rumänien gewirkt. Die Franzosen hätten mit etwa 60'000 ha in der Anbaustatistik klar vorne gelegen, berichtete das DMK. In Italien sei Sorghum auf rund 40'000 ha gewachsen, in Rumänien auf 15'000 ha und in Ungarn auf 10'000 ha. 

Überproportional zum Areal stieg nach Angaben des DMK die Erntemenge, und zwar um 14% auf 829'000 t. Die Landwirte hätten pro Hektar zwischen 5 t und 7 t Sorghum eingefahren. Allerdings würden von der EU im Jahr noch durchschnittlich 160'000 t Hirse importiert, so dass zur Selbstversorgung noch Spielraum nach oben bestehe. Was die Verwendung dieser Getreideart angeht, ist in Europa laut DMK noch die Nutzung als Tierfutter vorrangig. Für eine vermehrte Nutzung in der menschlichen Ernährung sprächen aber die Glutenfreiheit, eine gute Verdaulichkeit und der Vitamingehalt. 

In Deutschland friste die Sorghumhirse noch ein Schattendasein. Das könne sich aber zukünftig ändern, da die C4-Pflanze trockenes und heisses Klima
verkrafte. Deshalb könne sie beispielsweise in Ostdeutschland eine Alternative oder Ergänzung zum Weizenanbau darstellen. In Afrika sei Sorghum die bedeutendste Getreideart und werde einerseits zu Mehl verarbeitet, andererseits aber auch als Viehfutter genutzt.

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